Dramatischer Insektenrückgang in Deutschland – Wir befinden uns mitten in einem Albtraum

Um über 75 Prozent ist die Biomasse fliegender Insekten in den letzten 27 Jahren zurückgegangen. In einem Beitrag von WDR aktuell heißt es:

Die Ergebnisse der Untersuchung sind schockierend. Die Arbeit ist methodisch sauber und zeigt flächendeckend für eine große geografische Region Mitteleuropas einen massiven Biomasserückgang für Insekten. Wir befinden uns mitten in einem Albtraum, da Insekten eine zentrale Rolle für das Funktionieren unserer Ökosysteme spielen„, warnt Prof. Dr. Johannes Steidle der Universität Hohenheim.

Gründe für das Insektensterben

Die Autoren zeigen, dass vor allem die Zunahme der Anteile von Äckern in der näheren Umgebung, Stickstoff und somit die Landnutzungsintensivierung für den Insektenrückgang verantwortlich sind. „Wetter-Variablen haben zum Beispiel keinen Einfluss„, so Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein der Universität Freiburg.

Grashalme nah.

Überdüngung bedeutet weniger Pflanzenvielfalt. Oft bleibt nur Gras.

Die untersuchten Naturschutzgebiete sind zum überwiegenden Teil klein und von Ackerflächen umgeben. Die Autoren vermuten, dass diese Ackerflächen eine „ökologische Falle“ bilden, die Insekten dort nicht überleben können und so der Bestand in den Naturschutzgebieten abnimmt. Nach Aussage der Wissenschaftler ist eine weitere Analyse der Ursachen dringend erforderlich.

Der Mitautor der Studie, Hans de Kroon, fordert so schnell wie möglich weniger Pestizide einzusetzen und den Verlust von Blühstreifen zu verhindern. Naturschutzgebiete sollten ausgeweitet und Ackerflächen verkleinert werden.

Ein Mohrenfalter mit einer Schwebfliege

Bald nicht mehr zu sehen? Schwebfliege und Mohrenfalter

Der Agrar-Report 2017 des Bundesamtes für Naturschutz bestätigt, dass der Gesamtbestand der Insekten in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat.

Insgesamt gelten laut „Roter Liste“ in Deutschland 45 Prozent der Wirbellosen, zu denen die Insekten zählen als gefährdet. Das globale Insektensterben hat Anfang 2016 eine internationale Studie des Weltrats für Biodiversität bestätigt. In manchen Regionen sind bis zu 40 Prozent der Fluginsekten vom Aussterben bedroht.

Insektenrückgang durch Pestizide

Durch die Überdüngung der Landschaft gehen artenreiche Ökosysteme verloren. Die Hälfte aller auf der „Roten Liste“ stehenden Pflanzenarten ist laut einer Studie des Umweltbundesamtes wegen zu viel Stickstoff bedroht. Pflanzen und Gräser, die Stickstoff gut vertragen wuchern und verdrängen die für Insekten wichtigen Futterpflanzen.

Dazu kommt der Einsatz von Pestiziden. Diese treffen oft nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle anderen Insekten.

Besonders in der Kritik sind die Neonicotinoide (NNI). Die hochwirksamen Insekten-Nervengifte werden seit Mitte der 1990er Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit ihnen wird das Saatgut behandelt. Mit dem Wachsen der Pflanze verteilt sich das Gift bis in Pollen und Nektar.

Insektizide mindern die Fruchtbarkeit der Bienen

Biene auf Blüte

Insektizide locken Bienen sogar an

Inzwischen gibt es einige Studien, die negative Auswirkungen der Neonicotinoide auf Bienen belegen. So berichteten Schweizer Forscher 2016 im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B„, dass bestimmte Neonicotinoide die Fruchtbarkeit männlicher Honigbienen verringern und deren Lebensspanne senken. Eine in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte andere Studie ergab, dass Bienen mit den Insektiziden behandelte Pflanzen nicht meiden, sondern sogar bevorzugt ansteuern.

Eine Untersuchung von dem Neurobiologen Randolf Menzel der FU Berlin zeigt, dass NNI das Gedächtnis von Bienen beeinflussen. Zwei aktuelle Studien aus Großbritannien bestätigen den schädlichen Einfluss von NNI. An der Studie aus Großbritannien werden methodische Schwächen kritisiert, die gemessenen Parameter seien sehr grob. Dennoch zeigt die Studie klare Effekte auf die Überwinterungsfähigkeit von Bienen.

Grünland inmitten von Maisfeldern

Monokulturen tragen zum Insektensterben bei

Auch der Anbau von Monokulturen trägt zum Insektensterben bei. In Agrarlandschaften ohne Kräuter, Blühpflanzen, Hecken und Randstreifen auf den Feldern finden Insekten kaum Nahrung und Lebensraum.

Welche weiteren Gründe gibt es für das Insektensterben?

Der Klimawandel führt unter anderem dazu, dass viele Pflanzen früher blühen. Der frühere Blühzeitpunkt bringt den Rhythmus mancher Insekten durcheinander. So steuert zum Beispiel bei Schmetterlingen die Tageslichtlänge, wann sie aus der Winterpause erwachen. Wenn dann ihre Futterpflanzen bereits abgeblüht sind, finden sie keine Nahrung mehr.

Andere Insekten werden vom Klimawandel profitieren und sich stark vermehren. Durch die milden Winter überleben mehr Parasiten und machen auch den Insekten zu schaffen. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Flächen in Deutschland für neue Siedlungen, Verkehr und Gewerbe versiegelt.

Fußgängerpassage in Oer-Erkenschwick

Versiegelte Flächen: verlorener Lebensraum für Insekten

Im Jahr 2014 waren es 69 Hektar Versiegelung pro Tag. Das ist verlorener Lebensraum für Insekten. Auch Invasive Arten bedrohen die heimische Insektenwelt: So macht beispielsweise der Asiatische Marienkäfer unserem heimischen Marienkäfer Konkurrenz.

http://www1.wdr.de/wissen/natur/faktencheck-insektensterben-100.html

FÜR kostenlose Schülermonatstickets! Nulltarif im ÖPNV!

EZ  5.10.2017:  180 Jugendliche reden Klartext

180 Jugendliche nahmen gestern an der ersten Kreis-Jugendkonferenz im Landratsamt
teil. Nachdem sie sich zunächst in Workshops über Mobilität, Umwelt, Ausbildung und weitere Themen ausgetauscht hatten, diskutierten sie mit Kreis- und Landespolitiker.
Mit deutlichen Worten setzten sie sich für ein besseres Bildungssystem und günstigere
Bahn- und Bustickets ein….
Die Forderung nach günstigeren Tarifen für Jugendliche werde er an die SSB herantragen,
sagte Schwarz zu, „aber das wird nicht leicht zu lösen sein“. Für die vorsichtige Bemerkung erntete der Grünen-Chef ein kräftiges contra: „Es kann nicht sein, dass ich mich auf Feinstaub-Alarm freue, weil dann die Tickets billiger werden!“

„Flächenfraß wird angeheizt“

Die EZ vom 4.10.2017 berichtet:

Der Paragraf 13b des Baugesetzbuches ist im März weitestgehend öffentlich ungeachtet in Kraft getreten, doch die Baurechtsänderung verärgert Landwirte und Jäger. Auch im Kreis Esslingen befürchten sie, dass wertvolle Natur zerstört wird. Denn die Neuerung vereinfacht es, am Rand von Ortsteilen Wohngebiete auszuweisen – auf Kosten der Natur,

Siegfried Nägele, der Vorsitzende des Esslinger Kreisbauernverbandes kritisiert, dass „mit der Gesetzesänderung der Flächenfraß und der Verlust wertvoller Ackerböden weiter angeheizt werden“. Täglich werden laut einer Studie des Bundesumweltamts aus dem Jahr 2015 in Deutschland etwa 61 Hektar als Siedlungs – und Verkehrsfläche neu ausgewiesen.

Stadtbücherei – Manipulierte Zahlen

In einem Offenen Brief des Fördervereins der Stadtbücherei Esslingen heißt es zu dem von der Stadtverwaltung geplanten Umzug von der Heugasse in einen Neubau in der Küferstraße:

„- Nach unserer Einschätzung sind in der Verwaltungsvorlage die Risiken am Standort Heugasse überzogen dargestellt, die Risiken eines Neubaus in der Küferstraße dagegen heruntergespielt.
– Ähnliches gilt für die Kosten: Die Heugasse erscheint unseren Fachleuten als zu teuer
bewertet, die Kosten eines Neubaus dagegen scheinen heruntergerechnet.
– Wir fürchten, dass ein Neubau in der Küferstraße auf Grund der nicht einfachen Lage in
zweiter Reihe und potenzieller Erschließungsprobleme am Ende wesentlich teurer sein wird, als in der Vorlage angegeben. Je später der Bau begonnen wird, desto stärker werden die derzeit stark anziehenden Baupreise außerdem bis zur Vergabe gestiegen sein. Nach unseren Schätzungen wird ein Neubau mehrere Millionen teurer als die Sanierung am alten Standort und wesentlich teurer, als in der Vorlage der Stadt angegeben.“

In einem Artikel und Kommentar der Esslinger Zeitung vom 30.9 unter dem Titel „Verwirrende Zahlen“ heißt es zur Stadtbücherei:
„Dass ein handelsüblicher Taschenrechner bei einigen Vergleichswerten andere Zahlen ausspuckt, als sie die Stadt in der jüngsten Bürgerinformation genannt hat, sei nur am Rande vermerkt.“

Kommt zur Demo gegen Bauwut und Flächenfraß am 23.9. 2017

Im Zuge der aktuell geplanten Baumaßnahmen werden in Esslingen insgesamt neuen!!! Sport und Bolzplätze verkleinert, halbiert oder ganz zubetoniert. Angeblich dient das zur Linderung der Wohnungsnot. Tatsächlich aber wird auf den Flächen keine einzige Sozialwohnung gebaut, sondern teure Luxus und Eigentumswohnungen, sodass diejenigen die die Wohnungen am dringendsten bräuchten leer ausgehen. Die 25 Prozent „mittelbare Belegungsrechte“ sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und die Bedürftigen werden dort auch nicht einziehen, sondern erhalten bestenfalls Wohnungen aus dem Bestand der Wohnbaugesellschaften. Der Deutsche Mieterbund hat kürzlich darauf hingewiesen, dass auch in Esslingen die Zahl der Sozialwohnung drastisch zurückgeht und zwar von 2013 bis 2017 von 1196 auf 860 Wohnungen . Das sind 28 % weniger als vor 4 Jahren und diese Entwicklung geht stetig weiter. Die sogenannten Investoren sind in Wirklichkeit Miethaie, denen es nur um Profitmaximierung geht.
Aktuell ist das Gelände des Sportplatzes der VFL Post besonders bedroht. Raffiniert verpackt in den Grundsatzbeschluss zum Sportpark Weil wurden die Weichen für die Bebauung des wunderschönen Sportgeländes gestellt und zwar mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP.
Die Initiative für den 100% Erhalt des Sportplatzes und der Vereinsgaststätte VfL Post in der Pliensauvorstadt ruft am Tag vor der Wahl, am 23.9., zu einer Kundgebung und Demonstration durch die Innenstadt auf. „Gegen Flächenfraß und Bau von teurem Wohnraum in Esslingen! Für billigen Wohnraum, Sport– und Spielplätze und den Erhalt der Äcker.“
Startpunkt: Samstag, den 23. September 10.30 Uhr an der Pliensaubrücke

Huston mahnt: Flächenfraß stoppen!

Weltweit nehmen derzeit die Überschwemmungskatastrophen durch extreme Stark regen zu. Ebenso steigt die Zahl und Intensität der Hurrikans. In einem Artikel zum Hurrikan Harvey in Huston schrieb die Frankfurter Rundschau. Es gibt zwei menschen gemachte Ursachen:

  1. Der Treibhauseffekt:  „Harvey ist eine fatale Illustration von Prognosen der Klimaforscher… Eine weltweite Zunahme von Rekordwerten bei den Tagesniederschlägen ist unlängst von einer Forschergruppe des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung nachgewiesen worden. Und Harvey passt genau in dieses Muster… Hinzu kommt, dass der Meeresspiegel seit 1900 um rund 20 Zentimeter gestiegen ist, ebenfalls eine Folge der globalen Erwärmung. Das Ausmaß von Sturmfluten verschlimmert sich dadurch.“
  2. Die praktisch unbegrenzte Bauwut in Houston „Die Folgen sind eine zunehmende Versiegelung von Böden und die Bebauung selbst von früheren Überflutungszonen in der Nähe von Flüssen. Es wird geschätzt, dass in der Küstenregion um Houston allein zwischen 1990 und 2010 rund 30 Prozent der freien Fläche verloren gegangen sind. Überschwemmungen treten nun fast regelmäßig auf. Harvey hat so bereits die fünfte große Flut in Houston seit 2012 ausgelöst…“

Klar Esslingen liegt nicht am Atlantik. Aber die Überflutungen in Braunsbach und die zahlreichen Jahrhunderthochwasser in Deutschland weisen eindringlich auf die Gefahren hin. Auch deshalb muss der Flächennutzungsplan komplett abgelehnt werden. FÜR Esslingen lehnt bewusst faule Kompromisse und unsinnige Zugeständnisse in dieser Frage ab.

EZ 23.08.17 – Kinderarmut

„Die Kinderstiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die konkreten
Nöte von Kindern aus benachteiligten Familien im Landkreis
Esslingen zu lindern. Der gilt zwar als wohlhabend. nimmt man
aber alleine die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Januar
2016, so leben hier mindesten 6427 Kinder in Armut…. Von
der versteckten Not noch gar nicht zu reden.“