Rede der FÜR Gemeinderätin Dilek Toy zum Haushaltsplanentwurf 2018/2019

1. Der Überschuss im vorliegenden Doppelhaushalt liegt bei rund 10 Mio. Euro. Das hört sich natürlich erst mal gut an. Das Geld soll für die Stadtbücherei verwendet werden. Aber hier zeigt sich schon, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, denn die geschätzten Kosten allein für die Bücherei liegen mehr als doppelt so hoch. Dazu kommen in den nächsten Jahren Kosten für die Sanierung der Bäder und der Schelztor Halle. Außerdem 50 bis 70 Millionen für die Schulsanierung und etwa 100 Millionen für den Neubau der Esslinger Brücken.  Mit Recht mahnt Herr Rust für  die Sanierung der Esslinger Brücken Unterstützung an, ohne dass klar ist, woher die kommen soll.  Die angeführten Bibelzitate sind da jedenfalls wenig hilfreich.

Wir meinen von Bund und Land muss eine deutliche Verbesserung der Finanzausstattung der Kommunen gefordert werden. Es kann nicht sein, dass dort wo die unmittelbare Daseinsfürsorge mit Schule, Kindergarten und Krankenhaus etc. stattfindet am wenigsten Mittel vorhanden sind.

Der verstorbene CDU Generalsekretär Heiner Geisler hat einmal gesagt: „Es gibt Geld wie Dreck, aber es wird falsch verteilt“. Das zeigt sich aktuell wieder bei den Panama und Paradise Papers: Laut Süddeutscher Zeitung verschieben die internationalen Konzerne wie Apple, Facebook, aber auch Siemens, Bayer, Allianz und Deutsche Bank  jährlich 600 Millarden Euro in die Steueroasen. Alleine Deutschland entgehen dadurch jährlich 17 Milliarden Euro an Steuereinnahmen.

Wir dürfen uns also von dem Argument „kein Geld da“ nicht einschüchtern lassen sondern   im Gegenteil die Gemeinderäte und der Städtetag sollten zu einem breiten Protest gegen die finanzielle Unterausstattung der Kommunen aufrufen. Insbesondere die großen Verkehrsausgaben wie der Brückenbau müssen vom Bund getragen werden, ebenso die Unterbringung und die gesamten Aufwendungen für die Flüchtlinge und wichtige Umweltschutzmaßnahmen.

2. Trotz dieser grundsätzlichen Kritik sehen wir aber auch im vorliegenden Haushalt zahlreiche Einsparungsmöglichkeiten.

Beispielhaft wollen wir das am Etat des Stadtplanungsamts deutlich machen. Wenn man wie in der Stadtstrategie  Esslingen 2027  davon ausgehen würde, dass Esslingen eine ausgewachsene Stadt ist, die aufgrund der geografisch schwierigen Lage im engen Neckartal keine weitere bauliche Aufblähung verträgt, dann könnte man die Kosten für das Stadtplanungsamt in Höhe von 9. Mio. erheblich reduzieren. Das hieße die Bürger vor der intensiven Stadtplanung mit ins Boot nehmen,  die Bürgermeinung tatsächlich ernstnehmen und von unsinnigen, umweltschädlichen und menschenfeindlichen Bauprojekten von vornherein Abstand nehmen.

Nicht erst planen und  dann feststellen, dass es so nicht geht, weil die Bürgermeinung dagegen sprechen. So wurde auch der Flächennutzungsplan mehrmals überarbeitet und wird jetzt wieder geringfügig geändert präsentiert anstatt ihn endlich zurückzuziehen.

Die beschlossenen Baumaßnahmen der Stadt haben auch erhebliche finanzielle Auswirkungen auf den Haushalt. Allein die Erschließung des geplanten Neubaugebiets im Greut kostet 700 000 €.

Für den Bau des  sogenannten Sportparks in Weil sind ingesamt 4,3 Mio. vorgesehen.  Im aktuellen  Doppelhaushalt  3,35 Mio. Euro. Das Geld dient zum größten Teil dazu, die 2 wohnortnahen und gut ausgestatteten  Sportplätze der VFL Post zu ersetzen, damit diese zubetoniert werden können. Ein Ersatz für das Vereinsheim das abgerissen werden soll ist dabei noch gar nicht vorgesehen. Wir lehnen deshalb beide Ausgaben ab.

Für einige private Kinderbetreuungseinrichtungen wie die von Daimler, Giant Leap etc sind für das Jahr 2018 3,7  Millionen € und für 2019 3,9 Millionen € eingeplant. Es ist nicht einzusehen dass diese privaten Einrichtungen, die sich zumeist nur die besser Verdienenden leisten können von der Stadt subventioniert werden. Das eingesparte Geld soll für die sofortige Rücknahme der in der SHK beschlossenen drastischen Gebührenerhöhung verwendet werden.

Der Spitzensport soll laut Haushaltsplan  mit 90.000 € gefördert werden. Auch dieses Geld ist besser angelegt, wenn damit Breitensport gefördert wird z. B. zum Ausbau von Bewegungs- und Sportangeboten für Kinder und Jugendliche aber auch für kostenlose öffentliche Angebote für alle

Bevölkerungsgruppen wie Thai Chi, Yoga oder Tanz die allgemein zur Gesunderhaltung dienen.

Das Justiziariat soll wie in den letzten Jahren weiterhin jährlich 30.000 € für Literatur erhalten. Dieser Betrag ist nicht nachvollziehbar. Die Gesetzestexte müssen sicherlich teilweise erneuert und aussortiert werden, aber veralten nicht alle jährlich komplett.

Kreissparkasse und Karstadt sollen die Widerherstellung der Straßen nach den Baumaßnahmen komplett selbst bezahlen. Das gleiche gilt natürlich auch für den  Festoknoten. Auf diese Weise können ebenfalls mehrere 100 000 Euro eingespart werden.

3. Zu unseren Forderungen:

Im Vorbericht ist viel von Nachhaltigkeit und strategischen Zielen die Rede aber in der konkreten Planung ist das  in wesentlichen Bereichen nicht erkennbar. Wir finden es notwendig, dass sich die Stadt viel ehrgeizigere Ziele setzt:

  • Es ist nicht einzusehen, warum die Zahl der Haushalte in der Wohnungs – Notfallkartei bis Ende 2019 konstant bei 322 bleibt. Vielmehr sollten die bestehenden Fälle komplett abgearbeitet werden und am Ende des Jahres 2019 auf null stehen. Das erfordert aktives  Wohnraummanagement durch die Stadt einschließlich Erfassung, Nutzung oder Umnutzung von Leerständen, aber auch Genehmigung und Unterstützung von Einliegerwohnung, Aufstockung und Dachausbau. Förderung von Wohngemeinschaften. Umwandeln von leerstehenden Ladenlokalen in Wohnungen. Auch die Idee von den Linken mit den Stelzenhäuser finden wir richtig. Dazu könnte die Stadt in Verhandlung mit Aldi und Lidl treten zur Überbauung der Parkplätze in Esslingen und Mettingen.
  • Die Ausbildungsquote in Esslingen liegt laut Vorbericht bei 5,2%. Natürlich hat die Stadt nur begrenzten Einfluß auf diese Quote. Aber die Stadt sollte darauf drängen, dass in den Großbetrieben vor allem bei Daimler und Festo auf eine Verdopplung dieser Quote hingearbeitet wird. Wir sind überzeugt, dass sich für diese Lehrstellen auch genügend Bewerber finden. Und die Stadt sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und selbst auf eine Ausbildungsquote von 10 Prozent hinarbeiten.
  • Laut Vorbericht soll auch die Menge der aus erneuerbaren Quellen gewonnenen Energie konstant bleiben, statt dass der Einsatz erneuerbarer Energien massiv ausgebaut und gefördert wird. Nur so kann auch die eh schon viel zu bescheidene Reduktion des städtischen CO2 Ausstoßes erreicht werden.
  • Der Reduktion der extrem gesundheitsschädlichen Feinstäube und Stickoxide muss viel mehr Beachtung geschenkt werden. Wir beantragen weitere Messgerät zur Messung von Feinstaub, Stickoxiden und anderen wichtigen Schadstoffe. Insbesondere am Kindergarten Auenweg, direkt neben Daimler Mettingen müssen umfangreiche Messungen erfolgen  um die Belastung der Kleinkinder und  Kinder mit Feinstaub Stickoxiden und Gießereiabgasen zu überprüfen. Aus der Umweltmedizin ist bekannt, dass Kinder besonders anfällig für  umweltbedingte Erkrankungen sind. Daimler muss aufgefordert werden sofort wirksame Maßnahmen gegen die gesundheitsschädlichen Gießereiabgase und gegen den Ausstoß von Staub und Feinstaub und Stickoxiden zu ergreifen. Nach eigenen Angaben beträgt dieser zur Zeit 26 Tonnen Staub und Feinstaub und 235 Tonnen Stickoxid im Jahr.
  • Wir beantragen weiterhin: Kostenlose Schüler Monatstickets für alle Schüler. Nulltarif bei Feinstaubalarm und perspektivisch Nulltarif im gesamten öffentlichen Nahverkehr als wirksame Maßnahme gegen die Luftverschmutzung durch den überquellenden Individualverkehr.
  • Im Wahlkampf hat der SPD Kanzlerkandidat Martin Schulz die Forderung nach kostenlosen Kitas und Kindergärten von FÜR Esslingen übernommen. Wir begrüßen das natürlich. Für uns ist das aber kein Wahlkampfschlager, sondern unbedingt notwendig. Zur Finanzierung beantragen wir den Hebesatz der Gewerbesteuer von 400 auf 420 Punkte zu erhöhen.

Die menschlichen Grundbedürfnisse werden oft gegeneinander ausgespielt. Am deutlichsten sieht man dies an Wohnraum und Umwelt. Es wird suggeriert dass man entweder Wohnraum oder Umweltschutz haben kann. Oder es wird uns erzählt: Völlig illusorisch  alles nicht bezahlbar.

Wie gesagt, es gibt Geld wie Dreck …Deshalb dürfen Umweltschutz und die Verwirklichung der elementarsten sozialen Rechte nicht auf Kosten der kleinen Leute umgesetzt werden, sondern auf Kosten der Profite.

 

Feinstaubalarm: Risiken durch Feinstaub und Stickoxide

„Feinstaub macht krank“ zu diesem Thema spricht  Prof. Dr. Hans Schweisfurth

Direktor des Pulmologischen Forschungsinstituts  Cottbus am  Dienstag, 24. Oktober 2017, 18.30 Uhr GLS Bank am Eugensplatz 5,  Stuttgart. (Veranstalter sind u.a.: BUND Stuttgart, VCD Stuttgart, Die Anstifter, Umweltgewerkschaft Stgt., GLS Bank, KUS Stgt – Eintritt frei)  FÜR Esslingen lädt zu dieser hochkarätigen Veranstaltung ein, weil dieses Thema auch in Esslingen brandaktuell ist.

Nach Schätzungen ereigneten sich in Deutschland 2014 etwa 41 000 vorzeitige Todesfälle durch die Feinstaubbelastung. Stickstoffoxide sind zusammen mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen für die sommerliche bodennahe Ozonbildung verantwortlich. Außerdem tragen sie zur Feinstaubbelastung bei. Sie entstehen durch Verbrennung von Kohle, Holz, Gas, Öl und Abfälle. In verkehrsreichen Regionen wird NO2 vorwiegend durch Dieselkraftfahrzeuge produziert.

Insbesondere Asthmakranke sind durch Stickstoffoxide gefährdet, die eine akute Entzündungsreaktion der Bronchien auslösen. Längerfristige Belastungen können zur Beeinträchtigung der Lungenfunktion, zu chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs führen. Berechnungen ergaben, dass im Jahr 2014 in Deutschland 10 400 vorzeitige Sterbefälle auf die Exposition von NO2 zurückgeführt werden können.

Hans Schweisfurth studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, wo er auch promovierte. Von der Universität Essen wurde er zum Privatdozenten und Professor ernannt.

Er arbeitete auf dem Gebiet der Lungenheilkunde in führenden Positionen im In-und Ausland. Jahrelang leitete er den Arbeitskreis für Umweltmedizin im Berufsverband Deutscher Internisten. Seit Jahren leitet er ein pulmologisches Forschungsinstitut (Im Internet: pulmologisches-forschungsinstitut.de)

Dramatischer Insektenrückgang in Deutschland – Wir befinden uns mitten in einem Albtraum

Um über 75 Prozent ist die Biomasse fliegender Insekten in den letzten 27 Jahren zurückgegangen. In einem Beitrag von WDR aktuell heißt es:

Die Ergebnisse der Untersuchung sind schockierend. Die Arbeit ist methodisch sauber und zeigt flächendeckend für eine große geografische Region Mitteleuropas einen massiven Biomasserückgang für Insekten. Wir befinden uns mitten in einem Albtraum, da Insekten eine zentrale Rolle für das Funktionieren unserer Ökosysteme spielen„, warnt Prof. Dr. Johannes Steidle der Universität Hohenheim.

Gründe für das Insektensterben

Die Autoren zeigen, dass vor allem die Zunahme der Anteile von Äckern in der näheren Umgebung, Stickstoff und somit die Landnutzungsintensivierung für den Insektenrückgang verantwortlich sind. „Wetter-Variablen haben zum Beispiel keinen Einfluss„, so Prof. Dr. Alexandra-Maria Klein der Universität Freiburg.

Grashalme nah.

Überdüngung bedeutet weniger Pflanzenvielfalt. Oft bleibt nur Gras.

Die untersuchten Naturschutzgebiete sind zum überwiegenden Teil klein und von Ackerflächen umgeben. Die Autoren vermuten, dass diese Ackerflächen eine „ökologische Falle“ bilden, die Insekten dort nicht überleben können und so der Bestand in den Naturschutzgebieten abnimmt. Nach Aussage der Wissenschaftler ist eine weitere Analyse der Ursachen dringend erforderlich.

Der Mitautor der Studie, Hans de Kroon, fordert so schnell wie möglich weniger Pestizide einzusetzen und den Verlust von Blühstreifen zu verhindern. Naturschutzgebiete sollten ausgeweitet und Ackerflächen verkleinert werden.

Ein Mohrenfalter mit einer Schwebfliege

Bald nicht mehr zu sehen? Schwebfliege und Mohrenfalter

Der Agrar-Report 2017 des Bundesamtes für Naturschutz bestätigt, dass der Gesamtbestand der Insekten in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten deutlich abgenommen hat.

Insgesamt gelten laut „Roter Liste“ in Deutschland 45 Prozent der Wirbellosen, zu denen die Insekten zählen als gefährdet. Das globale Insektensterben hat Anfang 2016 eine internationale Studie des Weltrats für Biodiversität bestätigt. In manchen Regionen sind bis zu 40 Prozent der Fluginsekten vom Aussterben bedroht.

Insektenrückgang durch Pestizide

Durch die Überdüngung der Landschaft gehen artenreiche Ökosysteme verloren. Die Hälfte aller auf der „Roten Liste“ stehenden Pflanzenarten ist laut einer Studie des Umweltbundesamtes wegen zu viel Stickstoff bedroht. Pflanzen und Gräser, die Stickstoff gut vertragen wuchern und verdrängen die für Insekten wichtigen Futterpflanzen.

Dazu kommt der Einsatz von Pestiziden. Diese treffen oft nicht nur die Schädlinge, sondern auch alle anderen Insekten.

Besonders in der Kritik sind die Neonicotinoide (NNI). Die hochwirksamen Insekten-Nervengifte werden seit Mitte der 1990er Jahre in der Landwirtschaft eingesetzt. Mit ihnen wird das Saatgut behandelt. Mit dem Wachsen der Pflanze verteilt sich das Gift bis in Pollen und Nektar.

Insektizide mindern die Fruchtbarkeit der Bienen

Biene auf Blüte

Insektizide locken Bienen sogar an

Inzwischen gibt es einige Studien, die negative Auswirkungen der Neonicotinoide auf Bienen belegen. So berichteten Schweizer Forscher 2016 im Fachmagazin „Proceedings of the Royal Society B„, dass bestimmte Neonicotinoide die Fruchtbarkeit männlicher Honigbienen verringern und deren Lebensspanne senken. Eine in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlichte andere Studie ergab, dass Bienen mit den Insektiziden behandelte Pflanzen nicht meiden, sondern sogar bevorzugt ansteuern.

Eine Untersuchung von dem Neurobiologen Randolf Menzel der FU Berlin zeigt, dass NNI das Gedächtnis von Bienen beeinflussen. Zwei aktuelle Studien aus Großbritannien bestätigen den schädlichen Einfluss von NNI. An der Studie aus Großbritannien werden methodische Schwächen kritisiert, die gemessenen Parameter seien sehr grob. Dennoch zeigt die Studie klare Effekte auf die Überwinterungsfähigkeit von Bienen.

Grünland inmitten von Maisfeldern

Monokulturen tragen zum Insektensterben bei

Auch der Anbau von Monokulturen trägt zum Insektensterben bei. In Agrarlandschaften ohne Kräuter, Blühpflanzen, Hecken und Randstreifen auf den Feldern finden Insekten kaum Nahrung und Lebensraum.

Welche weiteren Gründe gibt es für das Insektensterben?

Der Klimawandel führt unter anderem dazu, dass viele Pflanzen früher blühen. Der frühere Blühzeitpunkt bringt den Rhythmus mancher Insekten durcheinander. So steuert zum Beispiel bei Schmetterlingen die Tageslichtlänge, wann sie aus der Winterpause erwachen. Wenn dann ihre Futterpflanzen bereits abgeblüht sind, finden sie keine Nahrung mehr.

Andere Insekten werden vom Klimawandel profitieren und sich stark vermehren. Durch die milden Winter überleben mehr Parasiten und machen auch den Insekten zu schaffen. In den letzten Jahrzehnten wurden immer mehr Flächen in Deutschland für neue Siedlungen, Verkehr und Gewerbe versiegelt.

Fußgängerpassage in Oer-Erkenschwick

Versiegelte Flächen: verlorener Lebensraum für Insekten

Im Jahr 2014 waren es 69 Hektar Versiegelung pro Tag. Das ist verlorener Lebensraum für Insekten. Auch Invasive Arten bedrohen die heimische Insektenwelt: So macht beispielsweise der Asiatische Marienkäfer unserem heimischen Marienkäfer Konkurrenz.

http://www1.wdr.de/wissen/natur/faktencheck-insektensterben-100.html

FÜR kostenlose Schülermonatstickets! Nulltarif im ÖPNV!

EZ  5.10.2017:  180 Jugendliche reden Klartext

180 Jugendliche nahmen gestern an der ersten Kreis-Jugendkonferenz im Landratsamt
teil. Nachdem sie sich zunächst in Workshops über Mobilität, Umwelt, Ausbildung und weitere Themen ausgetauscht hatten, diskutierten sie mit Kreis- und Landespolitiker.
Mit deutlichen Worten setzten sie sich für ein besseres Bildungssystem und günstigere
Bahn- und Bustickets ein….
Die Forderung nach günstigeren Tarifen für Jugendliche werde er an die SSB herantragen,
sagte Schwarz zu, „aber das wird nicht leicht zu lösen sein“. Für die vorsichtige Bemerkung erntete der Grünen-Chef ein kräftiges contra: „Es kann nicht sein, dass ich mich auf Feinstaub-Alarm freue, weil dann die Tickets billiger werden!“

„Flächenfraß wird angeheizt“

Die EZ vom 4.10.2017 berichtet:

Der Paragraf 13b des Baugesetzbuches ist im März weitestgehend öffentlich ungeachtet in Kraft getreten, doch die Baurechtsänderung verärgert Landwirte und Jäger. Auch im Kreis Esslingen befürchten sie, dass wertvolle Natur zerstört wird. Denn die Neuerung vereinfacht es, am Rand von Ortsteilen Wohngebiete auszuweisen – auf Kosten der Natur,

Siegfried Nägele, der Vorsitzende des Esslinger Kreisbauernverbandes kritisiert, dass „mit der Gesetzesänderung der Flächenfraß und der Verlust wertvoller Ackerböden weiter angeheizt werden“. Täglich werden laut einer Studie des Bundesumweltamts aus dem Jahr 2015 in Deutschland etwa 61 Hektar als Siedlungs – und Verkehrsfläche neu ausgewiesen.

Stadtbücherei – Manipulierte Zahlen

In einem Offenen Brief des Fördervereins der Stadtbücherei Esslingen heißt es zu dem von der Stadtverwaltung geplanten Umzug von der Heugasse in einen Neubau in der Küferstraße:

„- Nach unserer Einschätzung sind in der Verwaltungsvorlage die Risiken am Standort Heugasse überzogen dargestellt, die Risiken eines Neubaus in der Küferstraße dagegen heruntergespielt.
– Ähnliches gilt für die Kosten: Die Heugasse erscheint unseren Fachleuten als zu teuer
bewertet, die Kosten eines Neubaus dagegen scheinen heruntergerechnet.
– Wir fürchten, dass ein Neubau in der Küferstraße auf Grund der nicht einfachen Lage in
zweiter Reihe und potenzieller Erschließungsprobleme am Ende wesentlich teurer sein wird, als in der Vorlage angegeben. Je später der Bau begonnen wird, desto stärker werden die derzeit stark anziehenden Baupreise außerdem bis zur Vergabe gestiegen sein. Nach unseren Schätzungen wird ein Neubau mehrere Millionen teurer als die Sanierung am alten Standort und wesentlich teurer, als in der Vorlage der Stadt angegeben.“

In einem Artikel und Kommentar der Esslinger Zeitung vom 30.9 unter dem Titel „Verwirrende Zahlen“ heißt es zur Stadtbücherei:
„Dass ein handelsüblicher Taschenrechner bei einigen Vergleichswerten andere Zahlen ausspuckt, als sie die Stadt in der jüngsten Bürgerinformation genannt hat, sei nur am Rande vermerkt.“

Kommt zur Demo gegen Bauwut und Flächenfraß am 23.9. 2017

Im Zuge der aktuell geplanten Baumaßnahmen werden in Esslingen insgesamt neuen!!! Sport und Bolzplätze verkleinert, halbiert oder ganz zubetoniert. Angeblich dient das zur Linderung der Wohnungsnot. Tatsächlich aber wird auf den Flächen keine einzige Sozialwohnung gebaut, sondern teure Luxus und Eigentumswohnungen, sodass diejenigen die die Wohnungen am dringendsten bräuchten leer ausgehen. Die 25 Prozent „mittelbare Belegungsrechte“ sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und die Bedürftigen werden dort auch nicht einziehen, sondern erhalten bestenfalls Wohnungen aus dem Bestand der Wohnbaugesellschaften. Der Deutsche Mieterbund hat kürzlich darauf hingewiesen, dass auch in Esslingen die Zahl der Sozialwohnung drastisch zurückgeht und zwar von 2013 bis 2017 von 1196 auf 860 Wohnungen . Das sind 28 % weniger als vor 4 Jahren und diese Entwicklung geht stetig weiter. Die sogenannten Investoren sind in Wirklichkeit Miethaie, denen es nur um Profitmaximierung geht.
Aktuell ist das Gelände des Sportplatzes der VFL Post besonders bedroht. Raffiniert verpackt in den Grundsatzbeschluss zum Sportpark Weil wurden die Weichen für die Bebauung des wunderschönen Sportgeländes gestellt und zwar mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP.
Die Initiative für den 100% Erhalt des Sportplatzes und der Vereinsgaststätte VfL Post in der Pliensauvorstadt ruft am Tag vor der Wahl, am 23.9., zu einer Kundgebung und Demonstration durch die Innenstadt auf. „Gegen Flächenfraß und Bau von teurem Wohnraum in Esslingen! Für billigen Wohnraum, Sport– und Spielplätze und den Erhalt der Äcker.“
Startpunkt: Samstag, den 23. September 10.30 Uhr an der Pliensaubrücke

Huston mahnt: Flächenfraß stoppen!

Weltweit nehmen derzeit die Überschwemmungskatastrophen durch extreme Stark regen zu. Ebenso steigt die Zahl und Intensität der Hurrikans. In einem Artikel zum Hurrikan Harvey in Huston schrieb die Frankfurter Rundschau. Es gibt zwei menschen gemachte Ursachen:

  1. Der Treibhauseffekt:  „Harvey ist eine fatale Illustration von Prognosen der Klimaforscher… Eine weltweite Zunahme von Rekordwerten bei den Tagesniederschlägen ist unlängst von einer Forschergruppe des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung nachgewiesen worden. Und Harvey passt genau in dieses Muster… Hinzu kommt, dass der Meeresspiegel seit 1900 um rund 20 Zentimeter gestiegen ist, ebenfalls eine Folge der globalen Erwärmung. Das Ausmaß von Sturmfluten verschlimmert sich dadurch.“
  2. Die praktisch unbegrenzte Bauwut in Houston „Die Folgen sind eine zunehmende Versiegelung von Böden und die Bebauung selbst von früheren Überflutungszonen in der Nähe von Flüssen. Es wird geschätzt, dass in der Küstenregion um Houston allein zwischen 1990 und 2010 rund 30 Prozent der freien Fläche verloren gegangen sind. Überschwemmungen treten nun fast regelmäßig auf. Harvey hat so bereits die fünfte große Flut in Houston seit 2012 ausgelöst…“

Klar Esslingen liegt nicht am Atlantik. Aber die Überflutungen in Braunsbach und die zahlreichen Jahrhunderthochwasser in Deutschland weisen eindringlich auf die Gefahren hin. Auch deshalb muss der Flächennutzungsplan komplett abgelehnt werden. FÜR Esslingen lehnt bewusst faule Kompromisse und unsinnige Zugeständnisse in dieser Frage ab.