Archiv der Kategorie: Frauen

25.November – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Wie kann es sein, dass dieser Tag heute noch so aktuell ist?

Heute, im Zeitalter der Gleichberechtigung und Aufklärung sind wir von
beidem weit entfernt. Sexistisches Cybermobbing betrifft ganz besonders die junge Generation. Armut im Alter bedroht vor allem Frauen. Für einen Großteil der
Alleinerziehenden und deren Kinder ist Armut bereits normal. Hinzu kommt
entwürdigender Sexismus in der Werbung, in der Mode, an der Schule, bei
der Arbeit. Die Fälle häuslicher Gewalt und sexueller Unterdrückung sorgen seit Jahren für überfüllte Frauenhäuser.
Ein ganz besonderes Augenmerk gilt den geflüchteten Frauen. Oft waren
sie Opfer brutalster Gewalt seitens faschistischer Terrormilizen wie der IS. Sie brauchen unseren besonderen Schutz um mit dem Erlebten fertig zu werden. Stattdessen sind sie häufig in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht ohne Schutz der Intimsphäre.
Weltweit werden unsere Lebensgrundlagen durch Kriege,
Überschwemmungen, Umweltzerstörung und Arbeitslosigkeit zerstört.
Gegen all diese Gewalt wehren sich weltweit Frauen am 25.11. – dem Tag
gegen Gewalt an Frauen.
Durch unser Auftreten machen wir öffentlich darauf aufmerksam, sind
solidarisch mit den mutigen Kämpferinnen der YPG im kurdischen
Befreiungskampf, den Müttern in Schwarz im ehemaligen Jugoslawien, die
wissen wollen, was mit ihren Söhnen geschah, den Frauen in den
Frauenhäusern, den Mädchen, die sich gegen sexistische Sprüche und
Anmache zur Wehr setzen.
Wir verständigen und engagieren uns über Organisations- und
Ländergrenzen hinweg um gemeinsam gegen die Gewalt an Frauen unsere
Stimme zu erheben für ein Leben ohne Gewalt, Zerstörung und Krieg – für
eine lebenswerte Zukunft.
 Darum treffen wir uns am Samstag und Jede und Jeder ist willkommen !

tag-gegen-gewalt-an-frauen-2017

FÜR Esslingen zum Internationalen Frauentag 2016

Auszug aus der Rede von Sigrid Cremer(Vorstandsmitglied von FÜR Esslingen) auf der Kundgebung vom 12.März 2016:

Liebe Frauen und Mädchen,

Liebe Esslingerinnen und Esslinger

Mein Name ist Sigrid Cremer und ich bin Vorstandssprecherin des Personenwahlbündnisses FÜR Esslingen.

Zuerst soll ich Euch herzliche und solidarische Grüße aus Nepal von unserer Gemeinderätin Dilek Toy ausrichten – Frauen aus der ganzen Welt beraten dort, wie eine weltumspannende immer engere Verbindung geknüpft und wie eine strahlende Zukunft für die Frauen und die Menschheit erobert werden kann.

 – Für Esslingen tritt ein für internationale Solidarität und eine solidarische Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen. Sie sind eine Bereicherung für unser Land.

– Die Unterbringung der zurzeit knapp 800 Flüchtlinge ist möglich, ohne dass Frischluftschneisen und Sportplätze zubetoniert werden müssen. In Esslingen stehen derzeit 2000 Wohnungen leer. Selbst wenn nur ein Drittel vermietet würde, könnten 2000 Menschen unterkommen!

Das heißt, auch ein Familiennachzug wäre möglich. Esslingen hatte in den 70-iger Jahren weit über 96 000 Einwohner. Das unmenschliche Verbot der Familienzusammenführung gegenüber Flüchtlingen muss sofort aufgehoben werden.

– Gewalt gegen Frauen ist kein Flüchtlingsproblem sondern ein gesellschaftliches Problem. Darin drückt sich die Jahrtausende alte Geringschätzung und Unterdrückung der Frau aus – auch bei uns. 95 Prozent der Gewalttaten gegen Frauen in Deutschland kommen aus dem unmittelbaren Umfeld (nicht von den Flüchtlingen).

– Das Esslinger Frauenhaus wird vom Gemeinderat äußerst knauserig behandelt, nur eine schlecht bezahlte Halbtagsstelle wird von der Stadt finanziert. Die Wartezeit für einen Beratungstermin beträgt oft bis zu 3 Wochen – Das ist viel zu lang!! Wir fordern die Finanzierung einer zweiten Halbtagsstelle für das Frauenhaus bzw. für das Büro „Frauen helfen Frauen“!

– Unser wichtigstes Gut sind die Kinder – aber die schwierige Arbeit der Kindergärtnerinnen wird nicht Wert geschätzt und schlecht bezahlt. Wir fordern bessere Bezahlung und Höhergruppierung der Erzieherinnen und kleinere Gruppen in den Kitas und Kindergärten. Hier darf auf keinen Fall gespart werden.

FÜR hat in der Haushaltsdebatte Vorschläge für Einsparungen in Höhe von fast 10 Millionen Euro gemacht. Z.B. wird der private, gewinnorientierte Kindergarten „Kleine Riesen“ und der Daimler Betriebskindergarten mit jeweils einer Million € gesponsert. Wieso eigentlich??

Wir brauchen eine gesunde Umwelt für uns, für unsere Kinder und Enkelkinder. Da ist es unerträglich, dass im Januar in der Grabbrunnenstraße Rekordwerte bei Feinstaub und sicher auch bei Stickoxiden gemessen wurden. Und es ist unerträglich, dass die wichtigste Frischluftschneise im Greut am Alexanderbuckel vor allem für den Bau von hochpreisigen Wohnungen zugebaut werden soll. Übrigens, Feinstaub und Stickoxide kommen nur zu etwa einem Drittel aus dem Verkehr. Zwei Drittel stammen aus Kraftwerken und Industrieabgasen. Daimler bläst in Mettingen und Untertürkheim durchschnittlich 30 Tonnen Staub und Feinstaub pro Jahr in die Luft. Feinstaub erzeugt nicht nur Lungenkrebs, sondern schädigt auch das zentrale Nervensystem und beeinträchtigt die frühkindliche Entwicklung. Nicht selten sind es wir Frauen, die dann die Last der Hilfeleistung und Pflege tragen müssen.

Wichtig ist, dass wir Frauen uns zusammenschließen, uns gegenseitig unterstützen und uns organisieren. Zum Beispiel auch bei FÜR Esslingen.

Für Esslingen ist sehr gerne das Sprachrohr der kämpferischen Frauenbewegung!

Wir Frauen sollten es machen wie die Kraniche:

Die Kraniche fliegen im Keil, 
so trotzen sie besser den Winden. 
So teilen sie besser die Kräfte, weil 
die Stärkeren fliegen im vorderen Teil, 
und die Schwachen, die fliegen hinten. 
Lasst uns wie die Kraniche sein, 
dass wir unser Möglichstes geben: 
Die Starken in Groß und die Schwachen in Klein 
Und trinken am Abend den gleich teuren Wein 
auf ein noch viel besseres Leben.

 


 

 

Prostitution ist Gewalt – kein Gewerbe

Donnerstag, 12. November, 19 Uhr, Bruckwiesenweg 10, Untertürkheim

Referentin: Ulrike Held (Psychotherapeutin) und Bundesvorstandsfrau des Frauenverbands Courage Ulrike Held_
Prostitiution wird in Deutschland seit 2002 als „Gewerbe“ wie jedes andere behandelt. Seither ist Deutschland das Drehkreuz von Menschenhandel und ein Eldorado für Bordellbesitzer, Zuhälter und Freier geworden.
Doch sind wir Frauen keine Ware!
Prostitution ist ein Ausdruck von Sexismus, der in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist.
Was sind die Ursachen für Prostitution? Wer verdient daran? Wie geht es den Betroffenen? Wie sieht der Kampf dagegen aus?
Dies wird im Vortrag angesprochen und gemeinsam diskutiert. Eine Welt ohne Prostitution ist möglich!
Niemand ist frei, wenn andere ausgebeutet werden!20151125 Tag gegen Gewalt_Veranstaltung Untertürkheim

 

Solidarität für Kurdistan

Anlässlich der letzten Mitgliederversammlung von FÜR Esslingen  war eine Delegation von kurdischen Frauen vom deutsch-kurdischen Freundschaftszentrum zu Besuch. Sie schilderten eindrucksvoll den faschistischen, von religiösem Wahn getriebenen Terror der IS-Banden im Irak und in Syrien. IS-Banden entführen und vergewaltigen Frauen und verkaufen sie zur sexuellen Ausbeutung. Imame vollziehen „Eheschließungen“ für wenige Stunden zur Legitimation des Frauenhandels und der Versklavung. Die Welt ist entsetzt über die gegenwärtige Situation von Frauen, Männern und Kindern in Südkurdistan/Nordirak und Syrien. Aktuell ist die Stadt Kobane im Rojava-Gebiet akut bedroht. Die Terrorbanden des IS attackieren die Stadt und drohen sie einzunehmen. Heldenhaft verteidigen kurdische Frauen und Männer die Region.
Drei Angriffswellen haben sie zurück geschlagen. Eine Vertreterin der kurdischen Organisation „Roter Halbmond“ sagte: „Der Kampf der Frauen und Männer in Rojava ist ein Kampf für Menschlichkeit und Freiheit in der ganzen Welt.“ Dieser mutige Kampf braucht internationale Solidarität und Unterstützung.k-IMG_1084
Wir schließen uns den Forderungen der kurdischen Frauen an und fordern alle Organisationen und Regierungen auf, sich für den Schutz der Bevölkerung einzusetzen. Hierzu gehören insbesondere die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien.
Die yezidische Bevölkerung muss vor weiteren Angriffen und dem fortdauernden Völkermord bewahrt werden.
Lebensnotwendig sind sichere Unterkünfte, Nahrung, Wasser, Hilfsgüter, Medizin. Es fragt sich auch:  Warum nimmt Deutschland, als eines der reichsten Länder der Welt, nicht  viel mehr Flüchtlinge auf?

siehe auch “ Report München“ vom 09.09.14

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/report-muenchen/report-serndung-100.html

Bei FÜR wurden spontan 100 € für humanitäre Hilfe gesammelt. Wir rufen zu weiteren Spenden auf, die vom kurdischen „Roten Halbmond“ weitergeleitet werden!

Konto:  FÜR Esslingen  Stichwort : Solidarität Kobane

Kreissparkasse  Esslingen Nürtingen

IBAN: DE51 6115 0020 0007 6129 41

SWIFT-BIC: ESSLDE66XXX


 

8.März 2014

8.MärzKundgebung zum internationalen Frauentag mit Infoständen, Kultur, offenem Mikrofon und  „Frauenstreich“ am 8. März ab 13 Uhr in der Bahnhofstraße in Esslingen

hier die Rede von Dilek Toy vom Personenwahlbündnis FÜR Esslingen

Guten Tag,  Mein Name ist Dilek Toy

Bei der Einladung zur heutigen Veranstaltung fiel mir auf, dass für einige Frauen im Bekanntenkreis „Frauen“ kein Thema war. Sie fühlten sich aufgrund ihres Geschlechts nicht unterdrückt oder besonders ausgebeutet. Ich fragte mich warum das subjektive Empfinden sich von der objektiven  Realität unterscheidet. Ich denke das liegt daran dass die besondere Ausbeutung und Unterdrückung in der Gesellschaft als „normal“ erachtet wird und zugleich subtil ist. Tagtäglich bekommen wir direkt und indirekt mitgeteilt, welche Aufgaben die Familie und insb. Frauen natürlicherweise haben. So haben wir uns dran gewöhnt, dass Kindererziehung hauptsächlich von Frauen zu verantworten ist, „schließlich haben sie ja die Kinder zur Welt gebracht“. Die Betreuung und Pflege von Angehörigen ist ebenfalls hauptsächlich Frauensache, „sie sind ja geübt und können von Natur aus diese Dienstleistungen erbringen“. Darauf bauen unter anderem das Schulsystem, das Kranken- und Pflegesystem und das Sozialsystem bei Bedürftigkeit sprich die Sozialhilfe und Unterhalt usw. auf. 75% von Pflegebedürftigen werden zu Hause durch weibliche Angehörige gepflegt. Die heilige Familie kann die gesellschaftlichen Aufgaben immer weniger leisten. Die Frauen zerbrechen teilweise an den Aufgaben. 8.März 2014 weiterlesen