Archiv der Kategorie: International

Alassa Mfouapon – sofort zurück nach Deutschland!

Alassa Mfouapon wurde im bürgerkriegsgeschüttelten Kamerun religiös verfolgt, floh 2014 mit Frau und Kind. In Libyen wird er von ihnen getrennt, er selbst in einem der berüchtigten libyschen Gefängnisse misshandelt. Nach einem Ausbruchsversuch wird er wieder gefasst, dabei wird ihm das Bein gebrochen. Seine Frau wird Opfer sexistischer Gewalt, flieht übers Mittelmeer. Das 2-jährige Kind ertrinkt vor ihren Augen. Seitdem ist sie schwer krank und traumatisiert. Er flieht nach Italien, kommt nach Deutschland, lebt mit hunderten anderen in der LEA in Ellwangen. Überall auf seiner Flucht, in Libyen, Italien oder Deutschland ist er bald Vertrauensperson, Sprecher, Freund und Organisator unter Geflüchteten.
Am 30.4. will die Polizei aus der LEA einen Kollegen aus Togo abschieben. Solidarisch und gewaltfrei stehen viele mit ihm zusammen und protestieren. Die Abschiebung unterbleibt zunächst. Aber diese elementare Solidarität wird in allen Medien bis heute als Gewalt diffamiert, angeblich drohe dort ein „rechtsfreier Raum“. Am 3. Mai erfolgt in der Nacht ein martialischer Einsatz hunderter Polizisten mit Hunden in der LEA Ellwangen. Türen werden eingeschlagen, Flüchtlinge verletzt und gedemütigt. Versteht ein grüner Ministerpräsident das unter „Recht und Ordnung durchsetzen“?
Alassa Mfouapon organisiert mit vielen andern eine Pressekonferenz und Demonstration: Wir sind Flüchtlinge, keine Kriminellen!
Zynischerweise am Weltflüchtlingstag, wird Alassa frühmorgens wie ein Schwerverbrecher von einem massiven Polizeiaufgebot abgeführt, gefesselt und sofort nach Italien abgeschoben – eine menschenunwürdige, politisch motivierte Abschiebung! Eine Rückkehrzustimmung der italienischen Regierung liegt nicht vor. Nach bisheriger Rechtslage ist das nicht zulässig. Um ihn zu kriminalisieren, wird ihm Widerstand angedichtet. Eine glatte Lüge!
Alassa braucht jetzt unsre Solidarität! 

Unterstützen sie die Online-Petition auf Change.org/alassa

Asyl für Kämpfer wie ihn – gegen Rassismus, und für Demokratie und Freiheit!

Keine Abschiebungen nach Afghanistan!

In den Morgenstunden des 24.1. wurden erneut 50 Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben, darunter 4 aus Baden-Württemberg. Afghanistan ist Kriegsgebiet. Im ganzen Land operieren die faschistischen Terrormilizen Al Kaida und IS. Auch in Gebieten, in denen deutsche Besatzungstruppen aktiv waren – wie in Kundus hatten nach kurzer Zeit die Taliban die Oberhand. Die Minister De Maiziere und von der Leyen trauen sich nur in gepanzerten Fahrzeugen, mit kugelsicheren Westen nach Afghanistan – und das soll ein sicheres Herkunftsland sein? Das UN Flüchtlingshilfswerk und die Kirchen warnen eindringlich vor Abschiebungen, weil sich die Lage in den letzten Monaten noch dramatisch verschlechtert hat. Ein Vertreter von Pro Asyl erklärte: „Das hat was mit Stimmungsmache in Deutschland zu tun. Man versucht rechter Stimmungsmache hinterherzulaufen. Bedauerlicherweise jetzt auch Grün regierte Bundesländer.“ Er sprach von „russischem Roulett auf dem Rücken der Flüchtlinge.“ Auch zahlreiche afghanische Flüchtlinge in Esslingen sind von Abschiebung bedroht und müssen um ihr Leben fürchten. Dilek Toy berichtet aus ihrer Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen, dass eine andauernde Angst vor der drohenden Abschiebung die psychische Stabilisierungsarbeit schier unmöglich macht. FÜR Esslingen ruft auf zur breiten Solidarität mit den afghanischen und allen anderen in Esslingen lebenden Flüchtlingen. Migranten und Deutsche gemeinsam – Für Zusammenhalt und Solidarität.
(Online Petition unter https://www.openpetition.de/petition/online/tuebinger-aufruf-keine-abschiebungen-nach-afghanistan-gegen-krieg-und-terror-ueberall)

25.November – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Wie kann es sein, dass dieser Tag heute noch so aktuell ist?

Heute, im Zeitalter der Gleichberechtigung und Aufklärung sind wir von
beidem weit entfernt. Sexistisches Cybermobbing betrifft ganz besonders die junge Generation. Armut im Alter bedroht vor allem Frauen. Für einen Großteil der
Alleinerziehenden und deren Kinder ist Armut bereits normal. Hinzu kommt
entwürdigender Sexismus in der Werbung, in der Mode, an der Schule, bei
der Arbeit. Die Fälle häuslicher Gewalt und sexueller Unterdrückung sorgen seit Jahren für überfüllte Frauenhäuser.
Ein ganz besonderes Augenmerk gilt den geflüchteten Frauen. Oft waren
sie Opfer brutalster Gewalt seitens faschistischer Terrormilizen wie der IS. Sie brauchen unseren besonderen Schutz um mit dem Erlebten fertig zu werden. Stattdessen sind sie häufig in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht ohne Schutz der Intimsphäre.
Weltweit werden unsere Lebensgrundlagen durch Kriege,
Überschwemmungen, Umweltzerstörung und Arbeitslosigkeit zerstört.
Gegen all diese Gewalt wehren sich weltweit Frauen am 25.11. – dem Tag
gegen Gewalt an Frauen.
Durch unser Auftreten machen wir öffentlich darauf aufmerksam, sind
solidarisch mit den mutigen Kämpferinnen der YPG im kurdischen
Befreiungskampf, den Müttern in Schwarz im ehemaligen Jugoslawien, die
wissen wollen, was mit ihren Söhnen geschah, den Frauen in den
Frauenhäusern, den Mädchen, die sich gegen sexistische Sprüche und
Anmache zur Wehr setzen.
Wir verständigen und engagieren uns über Organisations- und
Ländergrenzen hinweg um gemeinsam gegen die Gewalt an Frauen unsere
Stimme zu erheben für ein Leben ohne Gewalt, Zerstörung und Krieg – für
eine lebenswerte Zukunft.
 Darum treffen wir uns am Samstag und Jede und Jeder ist willkommen !

tag-gegen-gewalt-an-frauen-2017

Solidarität für Kurdistan

Anlässlich der letzten Mitgliederversammlung von FÜR Esslingen  war eine Delegation von kurdischen Frauen vom deutsch-kurdischen Freundschaftszentrum zu Besuch. Sie schilderten eindrucksvoll den faschistischen, von religiösem Wahn getriebenen Terror der IS-Banden im Irak und in Syrien. IS-Banden entführen und vergewaltigen Frauen und verkaufen sie zur sexuellen Ausbeutung. Imame vollziehen „Eheschließungen“ für wenige Stunden zur Legitimation des Frauenhandels und der Versklavung. Die Welt ist entsetzt über die gegenwärtige Situation von Frauen, Männern und Kindern in Südkurdistan/Nordirak und Syrien. Aktuell ist die Stadt Kobane im Rojava-Gebiet akut bedroht. Die Terrorbanden des IS attackieren die Stadt und drohen sie einzunehmen. Heldenhaft verteidigen kurdische Frauen und Männer die Region.
Drei Angriffswellen haben sie zurück geschlagen. Eine Vertreterin der kurdischen Organisation „Roter Halbmond“ sagte: „Der Kampf der Frauen und Männer in Rojava ist ein Kampf für Menschlichkeit und Freiheit in der ganzen Welt.“ Dieser mutige Kampf braucht internationale Solidarität und Unterstützung.k-IMG_1084
Wir schließen uns den Forderungen der kurdischen Frauen an und fordern alle Organisationen und Regierungen auf, sich für den Schutz der Bevölkerung einzusetzen. Hierzu gehören insbesondere die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien.
Die yezidische Bevölkerung muss vor weiteren Angriffen und dem fortdauernden Völkermord bewahrt werden.
Lebensnotwendig sind sichere Unterkünfte, Nahrung, Wasser, Hilfsgüter, Medizin. Es fragt sich auch:  Warum nimmt Deutschland, als eines der reichsten Länder der Welt, nicht  viel mehr Flüchtlinge auf?

siehe auch “ Report München“ vom 09.09.14

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/report-muenchen/report-serndung-100.html

Bei FÜR wurden spontan 100 € für humanitäre Hilfe gesammelt. Wir rufen zu weiteren Spenden auf, die vom kurdischen „Roten Halbmond“ weitergeleitet werden!

Konto:  FÜR Esslingen  Stichwort : Solidarität Kobane

Kreissparkasse  Esslingen Nürtingen

IBAN: DE51 6115 0020 0007 6129 41

SWIFT-BIC: ESSLDE66XXX


 

Reisebericht von Mesopotamien

3 FÜR – Mitglieder berichten von ihrer Reise nach Mesopotamien:

People-to-People-Reise zur „Wiege der Menschheit“

und mitten ins Leben Kurdistans in der Südosttürkei

11 Reisende aus Deutschland, 2 Begleiter vom Umwelt- und  vom Tourismusverein aus Batman und manchmal auch noch deren Familien nahmen an der 8-tätigen Reise teil.

Von Anfang an waren wir fasziniert vom Reichtum dieser 10 000 und mehr Jahre alten Kultur, der wir überall begegneten. Riesig erfreute und erfrischte uns der enge, freundschaftliche Kontakt mit Gewerkschaftern, Bauern, Umweltschützern, Frauenaktivisten, Verteidigern des Kulturerbes von Hasankeyf, bis hin zu den uns warmherzig-hilfsbereit aufnehmenden Badenden im heißen Schwefelbad in Ilisu, am Ilisu-Staudamm.  Reisebericht von Mesopotamien weiterlesen

Bergwerksunglück in der Türkei

Resolution der Esslinger Montagsdemo, einstimmig angenommen am 19. Mai 2014:

An die Bergleute und ihre Familien in der Region Soma / Türkei
Liebe Kollegen und Familien!

Mit tiefer Bestürzung erfuhren wir von dem schweren Bergwerksunglück.

Die Esslinger Montagsdemonstration drückt Euch ihr tiefempfundenes Beileid aus.

Mit großer Verärgerung und Wut vernahmen wir, dass Herr Erdogan behauptet, dass so ein Unglück eben passieren könne und halt passiert sei. Herr Erdogan hat nicht die Wahrheit gesagt! Erst vor einem Jahr stellte die 1. Internationale Bergarbeiterkonferenz in Arequipa / Peru nämlich fest, dass dank der Entwicklung der Sicherheitstechnik und sicherer Abbaumethoden solche Unglücke längst vermeidbar sind und dass jedes Unglück eines zuviel ist.
Dass diese Technik nicht eingesetzt wurde, liegt in der alleinigen Verantwortung der Bergwerksbetreiber und der Regierung unter Herrn Erdogan! Das Streben nach maximalem Profit für die Bergwerksbetreiber und die Unterdrückung der berechtigten Forderungen nach Sicherheit am Arbeitsplatz durch die Regierung sind zwei Seiten eines Verbrechens. An den Händen dieser Mörder klebt das Blut der Getöteten und das Blut der bei den Protesten gegen diese Politik Verletzten!
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