Klimaschutzkonzept der Stadt Esslingen unterstreicht Erhalt des Greut und des Sportgeländes in der Pliensauvorstadt

Redebeitrag zur Gemeinderatssitzung Mai 2021 – TOP 3 – Vorstellung des Klimaschutzkonzepts


FÜR Esslingen begrüßt, die geplante öffentliche Debatte über das vorliegende Klimaschutzkonzept. Es muss alles darangesetzt werden, dass auch unter Corona – Bedingungen eine breite Einbeziehung der Öffentlichkeit gewährleistet wird.

Wir möchten trotzdem schon heute einen Aspekt herausgreifen, weil er von höchster Dringlichkeit ist. Ein Kernpunkt des Gutachtens ist die erwartete Zahl von Hitzetage. sie steigt von früher 8 auf zukünftig 34 Hitzetage. Dabei ist der „Wärmeinseleffekt“ noch gar nicht erfasst. Das heißt im Innerstädtischen Bereich ist laut dem vorliegenden Klimaschutzkonzept mit einer noch höheren Anzahl von Hitzetage und Tropennächten zu rechnen. Auch von daher ist die Bebauung des  Greut und des VFL Post Geländes  völlig unverantwortlich. Auch in früheren Gutachten wurde mehrfach auf die verheerenden Folgen der Bebauung dieser wichtigen Kaltluftentstehungsgebiete hingewiesen. Zuletzt im städtischen Durchlüftungsgutachten, wo es zum VFL Post Gelände wörtlich heißt: “Grünfläche mit sehr hoher Bedeutung für den innerstädtischen Klimaausgleich. Freihalten von Bebauung und Versieglung.“ Wörtlich steht da im städtischen Gutachten:  Freihalten von Bebauung und Versieglung. Das gleiche gilt natürlich für das Greut. Deshalb kann es nicht angehen, dass heute der Verkauf der städtischen Anteils am Greut an den Investor beschlossen werden soll. Hier werden sehenden Auges unumkehrbare Fakten geschaffen und hinterher wird über die Hitzebelastung gejammert. Das ist pure Umweltheuchelei!

In diesem Zusammenhang möchten wir auch die unermüdliche Arbeit der Bürgerinitiative Rettet das Greut würdigen. Sie will aktuell eine Normenkontrollklage gegen die Bebauung des Greut einleiten. Die Verfahrenskosten betragen aber ca. 15 000 Euro. Das ist natürlich von der Bürgerinitiative allein unmöglich zu stemmen. Ich rufe deshalb insbesondere die Grünen, die Linke und die SPD auf diese Normenkontrollklage durch massive finanzielle Unterstützung möglich zu machen.  Auch die anderen Parteien müssten eigentlich ein großes Interesse daran haben zu klären, ob es z.B. ob die Beschlüsse zur Bebauung des Greut tatsächlich rechtens sind.

Fazit: Wir brauchen weiterhin eine breite Diskussion über Umwelt und Klimaschutz in Esslingen und der Gemeinderat muss unbedingt die eigenen Untersuchungen und Gutachten ernst nehmen. Den eindeutigen Aussagen müssen unbedingt konsequente und nachhaltige Taten folgen!

FÜR Esslingen konsequent: Keine Bebauung des Greut!

Der Fächennutzungsplan 2020 muss neu auf den Tisch. Vollkommen gerechtfertigt ist die Initiative des Vereins „Rettet das Greut“, nach den Kommunalwahlen die Bebauung neu zu verhandeln. Unsere Gemeinderätin Dilek Toy schreibt an die MItglieder des Vereins: „Ich teile Ihre Einschätzung. Die Bebauung des Greut muss verhindert werden. Nicht nur das, der ganze FNP, der neben ökologisch wichtigen Flächen, Kindersport- , Spiel- und Bolzplätze vernichten will, muss vom Tisch. Sie schreiben: „Hier hat der neue Gemeinderat eine echte Chance zu einem demonstrativen Neuanfang unter dem Motto „wir haben verstanden!“ Ich bin sicher, dass nur weitere anhaltende kreative Proteste auf der Straße ein „Umdenken“ bewirken werden. Ansonsten werden bestenfalls faule Kompromisse dabei rauskommen. Denn es steht für die Investoren einfach viel Geld auf dem Spiel. Nur die aktive Bevölkerung kann etwas erreichen. Die Entscheidungsträger wissen, was sie tun und kennen die Folgen. FÜR Esslingen steht vor und nach der Wahl konsequent auf Ihrer Seite.“

Wie Bebauungsbefürworter darüber denken, dafür steht stellvertretend FDP-Gemeinderat Ulrich Fehrlen. Die Esslinger Zeitung vom 07.03.2017 zitierte ihn mit den Worten: „Die Luft in der Innenstadt kann unter der Bebauung der Frischluftschneise Greut nicht leiden, weil schon heute kaum Frischluft dort ankommt“.

FÜR fordert eine umfassende Erhebung zur klimatischen Gesamtsituation dieser Stadt und wie sie sich gegen die Zusatzbelastungen durch den Klimawandel wappnen kann. Das ist die Vorbedingung für jede weitere baupolitische Entscheidung. 

Hier geht es nicht um „Schauanträge“ (Carmen Tittel, Grüne) sondern um die Frischluftsituation der ganzen Innenstadt, um die Gesundheit der Menschen, die in dieser engen Tallage Abgasen und Hitzestauungen ausgesetzt sind.

Nicht nur im Gemeinderat sondern aktiv im Widerstand an der Seite der Bevölkerung für Ihre sozialen Interessen und gegen Umweltzerstörung. Machen Sie mit bei FÜR Esslingen.