Musikschule muss kostenlos für ALLE sein

„Das Menschenrecht, in die Welt der Künste eintauchen zu können, sollten wir alle offensiver vertreten – jeder in seinem Wirkungsbereich.“ [Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates a.D.]

Uns empört die Entscheidung, die Gebühren für die Städtische Musikschule zu erhöhen. Nur FÜR Esslingen stimmte gegen die Gebührenerhöhung.. Der günstigste monatliche Beitrag für eine Instrumentalausbildung betrug bisher für ein Kind 61 €. Für lächerliche 30.000 Euro Einsparung sollen die Musikschüler jetzt 5% mehr bezahlen für diesen Unterricht, höhere Leihgebühren und  Bearbeitungsgebühren. Hat man mehrere Kinder, und will Ihnen auch Sportunterricht ermöglichen, kommt man schnell auf mehrere 100 Euro monatlich. Wir begrüßen, dass die Gebühren für Inhaber des Kulturpasses auf 50% reduziert wurden. Aber das ist keine Lösung: die Beantragung ist eine hohe Hürde: 2019 bekamen ihn nur 28 Familien. Und er umfasst bei weitem nicht alle, die tatsächlich wenig Geld haben. Viele Menschen leiden unter Kurzarbeit, geringen Verdiensten und Arbeitslosigkeit. Diese Erhöhung ist ein Armutszeugnis für unsere Stadt. Das kleine Land Belgien dagegen bietet Musikunterricht für alle Kinder, Jugendlichen, Azubis für das GESAMTE SCHULJAHR für lediglich 64€ .

Während die Familien von der Gemeinderatsmehrheit zur Kasse gebeten werden, stimmte sie in derselben Sitzung dafür, die Esslingen Markt und Event GmbH mit 135.000 € zu subventionieren, um den Ersatz für das Zwiebelfestes zu finanzieren. Warum finanzieren dies die Wirte nicht wie bisher selbst? 

„Wer kleine Kinder beobachtet, wie sie Musik hören und auf Musik reagieren, kann feststellen, wie sie sich mit allen Fasern ihres Körpers der Musik hingeben. In ihrem körperlichen Verhalten zeigt sich ein offenkundig vitales Bedürfnis nach allem, was rhythmisch pulsiert, klanglich vibriert und melodisch schwingt.“ [Wilfried Gruhn, Professor für Musikpädagogik]

Erfreulich: Fahrradboom auch in Esslingen!

FÜR Esslingen unterstütz die  für nächstes Jahr geplante Einrichtung der Umweltspur in der Kiesstraße. Wir freuen uns riesig über den derzeitigen Fahrradboom und auch die wachsende Inanspruchnahme des öffentlichen Personennahverkehrs. Diesen Mobilitätsformen gehört die Zukunft.   Esslingen hat einen enormen Nachholbedarf bei der Förderung des Rad- und Busverkehrs: Die jahrzehntelange Fehlentwicklung der Stadt, die fast ausschließlich den Autoverkehr gefördert hat, muss aufgebrochen werden. Wer wie die CDU im Auftrag der Autolobby diese Fehlentwicklung zementieren will ist von vorgestern und hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.  

Die steigende Zahl von Fahrradunfällen zeigt: Wir brauchen vor allem einen viel sichereren Radverkehr. Die geplante Umweltspur ist da ein Schritt in die richtige Richtung. Notwendig ist auch die Verwirklichung des Radschnellwegs und zwar so schnell wie möglich. Ebenso die  Reaktivierung der Radwege in der Plochinger Straße und in der Breslauer Straße. Außerdem die Schaffung von mehr leicht zugänglichen, überdachten Radstellplätzen usw.

FÜR Esslingen stimmte der in der letzten Gemeinderatssitzung mit knapper Mehrheit verabschiedeten Antwort auf die Petition verschiedener Parteien und Organisationen zu.

EWB auf der Anklagebank

Der  Prozess der Esslinger Wohnbau (EWB) gegen die Mieterin und FÜR Gemeinderätin Dilek Toy  und die anschließende Kundgebung wurde zur Anklage gegen die unsoziale Mietpolitik der halbstädtischen  EWB.  Die EWB hatte die Mieten in der Rechbergstraße um bis zu 20 Prozent – innerhalb von dreieinhalb Jahren sogar um bis zu 30 Prozent erhöht. Die Mieterinitiative Rechbergstraße forderte auch angesichts der aktuellen Einkommensverlust durch Corona  die sofortige Rücknahme der Mieterhöhung. Aber der Aufsichtsratsvorsitzender der EWB OB Zieger und die 7 im Aufsichtsrat der EWB vertretenen Gemeinderäte haben dieser Mieterhöhung zugestimmt.

Die Richterin hatte durchaus Verständnis für die angespannte Lage der Mieter. Aber der Prozessverlauf machte klar: die Gesetze sind maßgeschneidert für die Immobilienwirtschft. Mieterhöhungen von 20 oder 30 Prozent sind völlig legal, auch wenn keinerlei Renovierungen erfolgt sind. Der Mietwucherparagraf wurde schon vor  Jahren abgeschafft. Eine Sammelklage ist nicht möglich. Das bedeutet  Prozess- und Anwaltskosten von ca 1000 Euro für jeden Mieter. Wer die Mieterhöhung nicht unterschreibt wird gerichtlich belangt und mit dem Verlust der Wohnung bedroht.

Die Richterin empfahl im Gemeinderat politisch gegen die Mieterhöhungen vorzugehen. Aber sämtliche Anträge von FÜR Esslingen im Gemeinderat wurden vom OB Zieger, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der EWB ist immer wieder  abgeblockt. Anträge durften nicht mal vorgelesen werden und erschienen nicht in den Unterlagen.

Am Ende der Kundgebung waren wir uns einig: Die Mieterbewegung muss viel stärker werden. Wenn 3000 EWB Mieter gemeinsam mit den Vonoviamietern und den anderen von Mietpreistreiberei betroffenen auf die Straße gehen, dann ist das eine Macht!  FÜR Esslingen unterstützt und organisiert diesen Zusammenschluss gerne. Einfach bei der Kontaktadresse melden und am besten bei FÜR Mitglied werden!

Kommt zur Gerichtsverhandlung und Kundgebung!

Die Esslinger Wohnungsbau Gesellschaft (EWB), die zur Hälfte der Stadt Esslingen gehört hat die Mieten in der Rechbergstraße in den letzten 3 Jahren um bis zu 30 Prozent erhöht. Die Mieter haben die sofortige Rücknahme der aktuellen Mieterhöhung gefordert! (Aufsichtsratsvorsitzender der EWB ist OB Dr.Zieger. 7 weitere Gemeinderäte gehören neben Vertretern von Daimler Festo und Eberspächer dem Aufsichtsrat der EWB an.) Auch die Mieter in anderen Objekten der EWB sind der Meinung: Die EWB muss sich in Zeiten von Massenarbeitslosigkeit und Verarmung erst recht auf die Schaffung und den Erhalt von wirklich bezahlbarem, sozialem Wohnbau konzentrieren, mit Mieten, die deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Statt die Mieterhöhungen zurückzunehmen geht jetzt die EWB gerichtlich gegen einzelne Mieter vor, die die geforderte Mieterhöhung nicht unterschrieben haben.  

Wir rufen auf: Kommt am 12.10. um 8 Uhr zur Gerichtsverhandlung im Gerichtsgebäude Ritterstraße und ab ca. 9 Uhr zur Kundgebung am Postmichelbrunnen.  Solidarität mit den Mietern der EWB – Wohnungen!

Eine gute Gelegenheit gegen Sozialabbau, Wohnungsnot, Mietenwahnsinn und soziale Kälte zu demonstrieren, ist die regionale Herbstdemonstration der Montagsdemobewegung am 10.10. in Stuttgart – 12 Uhr Wilhelmsplatz!

FÜR Esslingen unterstützt den Aufruf zu dieser Demo ausdrücklich. (s. www.bundesweite-montagsdemo.de)

Solidarität mit den Verdi-KollegInnen und mit den Kolleginnen und Kollegen, die bei Daimler, Eberspächer und anderswo um ihre Arbeitsplätze kämpfen!

Für eine lebenswerte Zukunft für Jung und Alt!

(Masken mitbringen! AHA- Regeln einhalten!)

Bauwut zerstört beliebte Sportgaststätte VfL Post

Über die Auswirkungen des Verlusts der Sportanlage für den Statdteil haben wir schon vielfach berichtet. Jetzt wurde der  Pachtvertrag der Vereinsgaststätte zur Mitte des Jahres 2021 gekündigt. Die Gemeinderatsmehrheit zerstört hier mit ihrer Stadtplanung der Nachverdichtung eine jahrzehntealte Tradition.

Die Sportgaststätte VfL Post ist eine bedeutende Institution für diesen Stadtteil: Treffpunkt vieler Vereine, einziger großer mietbarer Nebensaal mit Gastronomiebetrieb, bezahlbare Preise, Sitzplätze im Grünen und was das Wichtigste ist, ein Treffpunkt für JUNG und ALT im Stadtteil.

Für diese Vereinsgaststätte wird es keinen Ersatz geben. Im geplanten Wohngebiet ist keine einzige Gaststätte vorgesehen.

Warum hat sich der Bürgerausschuss nicht ebenso vehement für den Erhalt des Sportgeländes eingesetzt, wie er das für das NÜRK-Areal oder das Danfoss-Areal macht?  Welche Rolle spielt bei dem Deal der Zerstörung des Sportplatzes die Gemeinderätin und Vorsitzende des SV 1845  Frau Kemmler  (SPPD), der ehemalige Landtagsabgeordnete und FC Esslingen Vorsitzende Wolfgang Drexler (SPD), der neue Landtagsabgeordnete und Stv. Vorsitzender des FC Esslingen Nicolas Fink (SPD)? Welche Rolle spielt  der 2. Vorsitzende des FC Esslingen Dr. Sven Fries, mit seinem Unternehmen als Stadtberater für die Stadt Esslingen in Sache „Sporthalle Esslingen-Weil“ und die Stadtteilentwicklungen „Soziale“ Stadt  in der Pliensauvorstadt und in Weil beauftragt?

Der SV 1845 bekam für den Verzicht auf den Sportplatz in der Pliensauvorstadt Ausgleichszahlungen von mehr als 100 000 €. Diese werden nun in den Bau der Sportanlage Weil investiert. Das neue Vereinsheim auf diesem Gelände steht in den Sternen, 1 Fußbalplätz weniger soll dort gebaut werden. Der Breiten-Fußballsport und ein sozialer Treffpunkt in der  Pliensauvorstadt wird den Plänen zum Aufbau eines Spitzenvereins in Esslingen geopfert.

Ein wunderbarer Sommertag mit FÜR am Bodensee

Um 7.30 Uhr morgens trafen wir uns an der Bahnhofstreppe in Esslingen. Mit Kindern, einer Jugendlichen, vielen Frauen und einigen Männern ging es los nach Konstanz und weiter mit der Fähre nach Meersburg. Eine wunderbare, idyllische Stadt am Nordufer des Bodensees. Beim gemeinsamen Cafebesuch im Biergarten der alten Burganlage ließen wir es uns schmecken. Endlich mal Gelegenheit uns so richtig kennen zu lernen, uns auszutauschen auch über all das, was uns in Corona-Zeiten so bewegt. Nach einem Spaziergang ging es zurück mit der Fähre nach Konstanz. Wir genossen die frische Brise bei der Schifffahrt. Wir danken unserer Vorstandsfrau Ariane Zirngibl, die das tolle Programm ausgearbeitet hatte.

In Konstanz wurde die Altstadt erkundet, ihre kleinen Gässchen und der tollen weitläufigen Fußgängerzone. Wir erfreuten uns an den vielen Gaststätten, Kneipen und Cafes mit Sitzgelegenheiten, Plätzen und Brunnen, dem schönen Park am Bodenseeufer. Da waren wir uns einig: Esslingen könnte sich davon in mancher Hinsicht eine Scheibe abschneiden. Menschen sind gerne in Städten, in denen es schöne Plätze gibt, kleine charmante Ecken, Sitzgelegenheiten in den Straßen oder ein  schönes Flussufer. Esslingen hätte da viel Potenzial – was aber weder gepflegt noch weiter ausgebaut wird. Was passiert eigentlich in unserer Stadt mit den Steuergeldern? Wofür werden sie ausgegeben?

Aktuell kann man am alten Busbahnhof die Planung der zukünftigen Bebauung bestaunen. Aber das Staunen weicht sehr schnell dem Erschrecken: Statt einer Grünfläche mit Wasserfläche, wird jeder Quadratmeter zubetoniert. Statt eines Platzes, wo der Mensch die Natur und das Leben genießen kann, profitabler Zweckbau. 

Wenn nur Finanzen den Takt diktieren, richtet man Städte zugrunde. Wir schlagen dem Gemeinderat vor, einen Sommerausflug nach Konstanz und Meersburg zu unternehmen. Vielleicht bleiben ja einige Ideen hängen. 

Geld für Rüstungsausgaben fehlt in den Kommunen

Der Antikriegstag 2020 ist aktueller denn je. Deutschland hat seine Militärausgaben im Vergleich zum Vorjahr um ganze zehn Prozent auf 49,3 Milliarden US-Dollar gesteigert. Kein anderes Land unter den Top 15 der Welt verzeichnete einen so starken Anstieg. Geld, das für den dringend nötigen Ausbau der Gesundheits- und Sozialsysteme und in den Kommunen fehlt. So waren im Bundeshaushalt 2020 ursprünglich 12 Prozent der Ausgaben für den Verteidigungsetat vorgesehen, während nur ein Drittel davon in das Gesundheitssystem fließen sollte.

In der Büchel/Eifel liegen immer noch 20 US-amerikanische atomaren B-61-Bomben. Jahr für Jahr trainieren deutsche Luftwaffenpiloten deren Abwurf über russischen Zielen. Deutschlands Rüstungsunternehmen stehen weltweit mit Waffenexporten an vierter Stelle und verdienen am Geschäft mit dem Tod. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer forderte im Dezember 2019 mehr Bundeswehreinsätze im Ausland und die Ausschöpfung des ganzen „Spektrums militärischer Möglichkeiten“.

Deswegen beteiligte sich FÜR Esslingen aus Anlass des Antikriegstags am 2. September an der Gedenkstunde des „Internationalisitischen Bündnisses Esslingen“ an der Gräberstätte der sowjetischen Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Sulzgries. Auch in Esslingen wurden Zwangsarbeiter bis aufs Blut ausgebeutet und viele starben. Mit seinem Überfall auf Polen riss Nazi-Deutschland 1939 die Welt in den Abgrund eines bestialischen Krieges, der unermessliches Leid über die Menschen brachte und 60 Millionen Tote forderte. Heute haben wir eine Hochrüstung und allgemeine Kriegsgefahr wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die imperialistischen Länder tragen ihren Konkurrenzkampf um Macht- und Einflusssphären zunehmend aggressiver aus. Das Internationalistische Bündnis ist sich einig: „Wir sind gegen jede imperialistische Aggression, gegen Faschismus und Rassismus!“

Bessere Stadtreinigung – mehr Müllcontainer!

Immer wieder wird von der Stadt der Müll auf dem einzigen Esslinger Grillplatz am Jägerhaus beklagt. Sicherlich ist es ein Unding, wenn dort illegal Sperrmüll aller Art weggeworfen wird. Trotzdem sind wir der Meinung, dass auf diesem beliebten Grillplatz öffentliche Müllcontainer – natürlich mit Mülltrennung – gehören.  Schließlich zahlt jeder Haushalt seit der Privatisierung der Müllentsorgung deftige Müllgebühren und die Abfallwirtschaft wie Remondis und Scherrible verzeichnet satte Gewinne. Dass der Müll mit nach Hause genommen werden soll, halten wir für unzumutbar und für Leute ohne Auto kaum machbar. Die Grillplätze sind ein wichtiges Stück Alltagskultur für die „kleinen Leute“. Wir brauchen viel mehr davon in Esslingen und zwar mit Müllcontainern.

Insgesamt nimmt die Vermüllung der Stadt zu. Statt der neuen Plakatserie braucht es viel mehr Mülleimer in der Stadt, die regelmäßig geleert werden.  Und die Stadtreinigung muss personell gestärkt werden. Ein Blick in die saubersten Städte Europas – nach Wien, Straßburg, Köln oder Barcelona zeigt, dass es auch anders geht. Insgesamt verhält sich die große Mehrheit der Bevölkerung umweltbewusst. Dazu braucht es aber auch die entsprechenden Möglichkeiten zur Müllentsorgung!      

Zollberger protestieren gegen EWB

Die EWB erhöht in vielen Stadtteilen systematisch die Mieten ihrer Wohnungen um bis zu 20 Prozent. Jetzt sind die Mieter in der Rechbergstraße betroffen. Dies nahm FÜR Esslingen zum Anlass, am vergangenen Samstag auf dem Zollberg eine Kundgebung gegen die Mietpreistreiberei durchzuführen. Empörung, Wut und auch Existenzängste lösen solche Hiobsbotschaften bei betroffenen Mietern aus – gerade jetzt wo viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind.. Die EWB steht dem anscheinend gleichgültig gegenüber. Sie behauptet, dass die Mieten weiterhin unter der ortsüblichen Vergleichmiete liegen würden. tatsächlech werden die Mieten genau auf diese Niveau angehoben. Zudem führen diese Mieterhöhungen dazu, dass die ortsübliche Vergleichsmiete weiter steigt. Auch gesetzlich wähnt sich die EWB auf der sicheren Seite – ermöglichte die Bundesregierung eine bis zu 20 prozentige Mieterhöhung innerhalb von 3 Jahren. Und zwar genau bis zur Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Rechtlich also alles in trockenen Tüchern. Aber moralisch ist solch ein Vorgehen alles andere als sozial. Eine Mieterin meldete sich bei der Kundgebung zu Wort. Ohne jegliche Renovierung ihrer Wohnung muss sie bei 456 € Kaltmiete, jetzt eine Erhöhung von 86 € zahlen.  Das sind fast 100€ pro Monat.

Eine Mieterin kann mit kaputter Wirbelsäule nur unter großen Schmerzen die Treppe zu ihrer Wohnung im 3. Obergeschoss steigen. Die EWB schickt ihr eine Mieterhöhung statt sich um eine barrierefreie Wohnung zu kümmern.

Eine Mieterin erzählt von Mietmängeln – auf ihren Anruf erhielt sie die lapidare Antwort, man reagiere nur noch auf schriftliche Hinweise. Aber auch auf ihren Brief kam von der EWB keine Reaktion. Eine Mieterin erzählt von Renovierungsarbeiten in ihrem Bad, die nach Monaten bis heute nicht mängelfrei abgeschlossen sind.

Wer weitere Kritiken an dem Geschäftsgebaren der EWB hat, bitten wir Kontakt mit uns aufzunehmen: vorstand@fuer-esslingen.de

Beim Brückenbau klotzen – beim Sozialen sparen?

In der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Neubau der Hans-Martin Schleyer-Brücke beschlossen.  Die Gemeinderätinnen von FÜR Esslingen lehnten den Antrag über die Vergabe von Bauleistungen in Höhe von fast 28 Mio. Euro entschieden ab und schlugen vor erstmal auf den Neubau der Brücke zu verzichten, denn die Kosten haben sich gegenüber dem ersten Kostenvoranschlag innerhalb von 2,5 Jahren verdoppelt. „Angesichts der höchst angespannten Finanzlage können wir diesem Millionengeschenk an die Bauwirtschaft keinesfalls zustimmen.“  Das ist unzumutbar für die Einwohner, die auf so manche soziale Leistung verzichten müssen. Angefangen bei so einfachen Dingen wie mehr Parkbänken, Öffentliche Toiletten, Bushäuschen, die vor der Witterung schützen etc. 

Der Neubau der Brücke bringt in erster Linie einen Nutzen für die Firma Daimler – insbesondere für die geplanten, neuen Werke in Brühl und in der Pliensauvorstadt. Deshalb fordert FÜR Esslingen, dass die Firma Daimler die Brücke mitfinanzieren soll. Wir erinnern hier daran, dass sich die Firma Daimler vor ein paar Jahren durch Steuertricks, eine großzügige Rückzahlung von 17 Mio. Euro aus der Stadtkasse sicherte. Im Übrigen müssen sich Land und Bund an der Finanzierung der Brücke beteiligen. Das kann niemals Aufgabe der Kommune sein.

Hier zeigt sich, dass die Bürger der Pliensauvorstadt, die gegen die Bebauung des Danfoss Areals (u.a. durch Daimler) protestierten, Recht behalten haben. Die ungelösten Verkehrsprobleme in der Pliensauvorstadt verschärfen sich durch die marode Schleyer-Brücke noch zusätzlich. FÜR Esslingen hatte vorgeschlagen, den riesigen Daimlerparkplatz in Mettingen mit einem Parkhaus zu versehen und die übrige Fläche für die Erweiterung der Produktion zu nutzen. Auch die Schließung der wohnortnahen Schule in Mettingen haben wir abgelehnt. Beide Maßnahmen würden enorm zur verkehrsmäßigen Entlastung der Stadt beitragen.