S21? – Der Spuk ist nicht vorbei!

 

Am Montag, den 30.03. ging es in Stuttgart mal wieder um S21 und zwar mit der 800. Montagsdemonstration. Angefangen hat es Ende der achtziger Jahre, als die Bahnvorstände mit dem Hubschrauber über die Städte flogen, um möglichst viele Bahnimmobilien zu versilbern.  

Das Projekt wurde 1994 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, kam aber Mitte 1999 ins Stocken. Unterschiedliche Varianten wurden debattiert, schließlich stoppte Bahnchef Ludewig das Projekt. Zur Begründung sagte er 2011, Stuttgart 21 sei „schlicht zu groß und für die Bahn zu teuer“.  Auch die DB ließ das Projekt neu bewerten und erklärte nach einem Spitzengespräch, sie sehe keine Möglichkeit, das Projekt einschließlich der Neubaustrecke „auf einen Schlag“ zu realisieren. Die Bauarbeiten begannen trotzdem im Februar 2010. Die Inbetriebnahme war zunächst für Dezember 2019 geplant, wurde danach aber mehrmals verschoben. Nach SWR-Recherchen soll die komplette Inbetriebnahme nicht vor 2030 stattfinden.

Auch die offiziellen Kostenschätzungen des Projekts sind mehrmals gestiegen: von 2,6 Milliarden Euro bei Planungsbeginn über 4,1 Mrd. bei Baubeginn auf über 11,4 Mrd. im Juni 2024. Wie weit sollen die Kostensteigerungen noch gehen? Schon jetzt haben sich die Kosten fast verfünffacht, aber es ist noch längst kein Ende in Sicht. Denn bis zum neuen Eröffnungsdatum 2030 wird noch viel Geld benötigt. Leider ist die 1. landesweite Volksabstimmung gegen S21 gescheitert. Aber die S21-Gegner haben von A bis Z Recht behalten: Nur 8 statt 16 unterirdische Gleise, Brandschutz nicht geklärt, vor allem der ÖPNV geschwächt statt ausgebaut. Dafür kommen wir vielleicht irgendwann mal ein paar Minuten früher in Bratislava an.