Tobias-Mayer-Quartier Infostand 26. Februar ab 10.30 Uhr

FÜR Esslingen lädt ein zum öffentlichen Meinungsaustausch über die Zukunft des Tobias-Mayer-Quartiers und die soziale Wohnungsnot in Esslingen:  Am Samstag, 26.2.. ab 10.30 Uhr in Hohenkreuz am Kreisverkehr.

Wir haben in Esslingen vor allem eine soziale Wohnungsnot. Der sozial geförderte Wohnraum wurde in den letzten 10 Jahren halbiert. Die Esslinger Wohnbau spielt dabei eine traurige Rolle. Sie gehört zur Hälfte der Stadt Esslingen und zur Hälfte privaten Unternehmen wie dem Daimler-Konzern, Festo, Index, Eberspächer. Jahrzehntelang hat die EWB die Häuser in der Tobias-Mayer-Straße und Palmstraße systematisch verfallen lassen. Nur noch in äußerster Not wurden einige Euros investiert. Mieter nahmen selbst Geld in die Hand, erneuerten die Elektroinstallation oder die zugigen Fenster. Nun müssen die maroden Gebäude als Argument für den Abriss herhalten. Und was geschieht mit den Mietern? Von Hagen Schröter (Geschäftsführer der EWB) konnte man erfahren, dass derzeit die „Entmietung“ läuft. Dieses zynische Wort kennt man von den Immobilienkonzernen:  Alte Mieter, die zu wirklich günstigen Mieten wohnten werden systematisch aus ihren Wohnungen vertrieben und müssen in aller Regel in bedeutend teurere oder kleinere Wohnungen umziehen.

Wir fordern; dass auf dem Gelände ausschließlich umweltgerechte Sozialwohnungen gebaut werden mit Mieten von MAXIMAL 7€/m2. Die neuen Wohnungen müssen vorrangig den bisherigen Mietern angeboten werden; die restlichen Wohnungen müssten für die dringendsten Fälle aus der Notfallkartei zur Verfügung gestellt werden.  

Die prämierten Architekten haben sicher das Beste aus den Bedingungen der Ausschreibung gemacht. Aber letztendlich wird wieder einmal ein charmanter und einwohnerfreundlicher Teil Esslingens zerstört. Zu den Wohnungen gehörten wunderschöne kleine Gärtchen, ein Paradies vor allem für die Kinder der Bewohner. Dies alles soll nun einer verdichteten Bebauung mit einem kleinen Innenpark weichen.

Bildunterschrift: Sozialer Wohnungsbau in Esslingen: Renovierungsstau – Abriss – Neubauten zu horrenden Preisen
Bildautor: G Conrad

FÜR Esslingen ruft auf: „Solidarität statt Spaltung“  11.02.2022, 18:00 Uhr Esslingen Rathausplatz Adlerbrunnen

Die Corona-Pandemie belastet viele Menschen stark. Deswegen ist Solidarität besonders nötig. Stattdessen erleben wir Spaltung. Die Diskussion über Corona-Schutzmaßnahmen ist wichtig, dazu gehört auch Kritik an den staatlichen Maßnahmen.

Aber die Leugnung der Existenz des Corona-Virus, Falschmeldungen, Verschwörungsmythen über eine „Corona-Diktatur“ verhindern Lösungen in einem demokratischen Prozess. Wer „Querdenker:innen“, Verschwörungstheoretiker:innen und Rechtsradikale online unterstützt und mit ihnen in der Stadt „spazieren“ geht sollte bedenken, dass er sich, gewollt oder ungewollt, zum Mitläufer rechter Gesinnung macht.

In der Vergangenheit sind Mitbürger:innen in Esslingen und der Region immer wieder für eine offene und vielfältige Gesellschaft eingetreten und haben sich gegen Demokratieverachtung und Rechtsextremismus gewendet. Wir stehen gerade jetzt in der Pandemie für demokratische Werte, solidarisches Handeln und gegenseitige Verantwortung.

Auf Initiative des DGB-Kreisverband Esslingen-Göppingen hat sich folgendes Bündnis aus Parteien, Organisationen und Einzelpersonen zusammengefunden, diesen Aufruf zu unterstützen:
Arbeiterwohlfahrt – Kreisverband Esslingen, BUND Bezirksgruppe Esslingen, Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Esslingen, Deutscher Mieterbund Esslingen-Göppingen e. V., Die Zeitgenossen, die Linke Ortsverband Esslingen, Evangelischer Kirchenbezirk Esslingen, Evangelisches Bildungswerk im Landkreis Esslingen, Evangelisch-methodistische Kirche Esslingen, Esslingen-Feinstaub-Lärm e.V., Frauenverband Courage Esslingen – Nürtingen, Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen, FÜR Esslingen, GEW Kreisverband Esslingen-Nürtingen, Grüne Jugend Esslingen, IG Metall Esslingen, Jusos Esslingen, Katholische Kirche Esslingen, Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen e.V., Kreisdiakonieverband Esslingen, Kulturzentrum Dieselstrasse e.V., Lebenshilfe Esslingen e.V., Liga der freien Wohlfahrtspflege – Kreis Esslingen, Linksjugend [’solid] Esslingen, MLPD Esslingen, Parents for Future Esslingen, Provinzbuch, StadtSeniorenRat Esslingen, Stadtjugendring Esslingen e.V., Sozialverband VdK Esslingen, SPD Esslingen, ver.di Ortsverein Esslingen, West-Ost-Gesellschaft Esslingen sowie diverse Einzelpersonen.

Kundgebung für ein solidarisches Esslingen
Freitag, 11. Februar 2022, ab 18 Uhr auf dem Rathausplatz in Esslingen

Ansprachen:
  • Oberbürgermeister Matthias Klopfer
  • Julia Friedrich, Geschäftsführerin der DGB-Region Stuttgart
  • Stefan Möhler, leitender Pfarrer der katholischen Gesamtkirchengemeinde 
  • Moderation: Gesa von Leesen (Redakteurin der Kontext:Wochenzeitung)
  • Musik: Leilani

FÜR Esslingen: Die Mitglieder entscheiden alles

Artikel in der „Zwiebel“ Kalenderwoche 3-2022

Trotz komplizierter Bedingungen in der Corona Pandemie trafen sich am vergangenen Sonntag nach der Überprüfung des Impfstatus und dem tagesaktuellem Corona-Schnelltest die Mitglieder von FÜR Esslingen zur Jahreshauptversammlung 2022.  Anhand des  Rechenschaftsberichts des Vorstandes und dem der Gemeinderätinnen entwickelte sich eine intensive Debatte über verschiedene Vorschläge zur weiteren Arbeit. Die Mitglieder zogen stolz eine Halbzeitbilanz vor den nächsten Kommunalwahlen. Es gelang uns – trotz der widrigen Bedingungen der letzten beiden Jahre -, an unserem demokratischen Markenzeichen festzuhalten. Wir geben uns nicht damit zufrieden, im Gemeinderat unsere Interessen zu vertreten, sondern sind Ansprechpartner für viele Bewohner*innen in Esslingen und entwickeln mit ihnen eine breite Öffentlichkeitsarbeit und kämpferische Präsenz auf der Straße, wo immer das notwendig ist.

Im Zentrum stand die Debatte um die weitere Weichenstellung. Die Hauptpunkte: Wir halten fest am Kampf um den 100% Erhalt des VfL Post Geländes in der Pliensauvorstadt und seiner sozialen und ökologischen Bedeutung für den Stadtteil. 3 Monate Wartezeit auf die Beantragung eines neuen Personalausweißes – in Ostfildern bekommt man einen Termin nach einer Woche. Wir setzen uns für die Erweiterung des Personals in der Stadtverwaltung, insbesondere in den Bereichen Grünflächen-, EInwohnermeldeamt und Soziales ein. Und entwickeln einen Kummerkasten für Kritiken an schleppender oder ungenügender Bearbeitung von städtischen Aufgaben. DIe soziale Wohnungsnot ist am drängensten: deshalb fordern wir bei allen Bauprojekten den sozialen Wohnungsbau an die erste Stelle zu setzen. Es gibt ja gerade mal nur noch 650 Sozialwohnungen. Wir setzen ein Zeichen gegen die Querdenkerdemos in Esslingen und unterstützen die Anschaffung von Raumluft-Filteranlagen für Schulen und KITAs. 

Wer diese konsequente Richtung stärken möchte, ist genau richtig bei FÜR Esslingen! 

Bildunterschrift: Wir stehen für soziale und ökologische Politik
Bildautor: G. Conrad

Wir wünschen allen ein GUTES NEUES JAHR 2021

FÜR Artikel im Wochenblatt „Zwiebel“ – Kalenderwoche 53

Liebe Esslingerinnen und Esslinger, Mitglieder, Freundinnen und Freunde! Wir wünschen euch und euren Lieben alles Gute, Gesundheit, Zuversicht, Mut, Lebensfreude und Zusammenhalt.

Das vergangene Jahr hat uns alle vor neue Herausforderungen gestellt. Sich in dieser neuen Welt zu orientieren, wo monatelang jeder körperliche Kontakt bewusst reduziert werden musste: Feiern, Tanzen, überhaupt einfach ausgelassen sein, sich selbstverständlich in den Arm zu nehmen, die Freundin in den Arm zu nehmen, dem Freund auf die Schulter zu klopfen ist uns allen sehr schwer gefallen.

Die Öffentlichkeitsarbeit war für Vereine, Initiativen und Bündnisse enorm erschwert. FÜR Esslingen hat  Widerstände überwunden und weiter Infostände durchgeführt, so manchen Kampf gefochten und dabei neue Mitglieder gewonnen. Dabei war uns immer äußerst wichtig alle Beteiligten vor einer Infektion mit Covid 19 zu schützen. Unsere Erfahrungen mit dem Umgang mit dieser neuen Bedrohung nehmen wir mit ins neue Jahr. WIr wollen noch instensiver die DIskussion mit Ihnen suchen, vor allem in den Stadtteilen Infostände mit offenem Mikrophon durchführen, weil wir Eure Ideen und Kritiken brauchen, diese Stadt menschlicher und lebenswürdiger zu gestalten. Es kommt uns dabei vor allem auch darauf an, die Stimme derjenigen zu erfahren, die es in unserer Leistungsgesellschaft schwer haben. Die der Menschen, die jetzt arbeitslos geworden sind oder schon lange von Hartz IV betroffen und arm sind. Die Stimme der Menschen, die chronisch krank oder behindert sind, und die nur schwer am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Die Stimme der Jugend, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze suchen und deren Unbeschwertheit wir brauchen. Die Stimme der Menschen, die sich für Umwelt und Natur einsetzen.

Für euch alle  und mit euch allen wollen wir uns 2021 stark machen, eure Stimme im Gemeinderat sein, den berechtigten Protest gemeinsam auf die Straße tragen.

Bildautor: Michael Gaida auf Pixabay

Ein wunderbarer Sommertag mit FÜR am Bodensee

Um 7.30 Uhr morgens trafen wir uns an der Bahnhofstreppe in Esslingen. Mit Kindern, einer Jugendlichen, vielen Frauen und einigen Männern ging es los nach Konstanz und weiter mit der Fähre nach Meersburg. Eine wunderbare, idyllische Stadt am Nordufer des Bodensees. Beim gemeinsamen Cafebesuch im Biergarten der alten Burganlage ließen wir es uns schmecken. Endlich mal Gelegenheit uns so richtig kennen zu lernen, uns auszutauschen auch über all das, was uns in Corona-Zeiten so bewegt. Nach einem Spaziergang ging es zurück mit der Fähre nach Konstanz. Wir genossen die frische Brise bei der Schifffahrt. Wir danken unserer Vorstandsfrau Ariane Zirngibl, die das tolle Programm ausgearbeitet hatte.

In Konstanz wurde die Altstadt erkundet, ihre kleinen Gässchen und der tollen weitläufigen Fußgängerzone. Wir erfreuten uns an den vielen Gaststätten, Kneipen und Cafes mit Sitzgelegenheiten, Plätzen und Brunnen, dem schönen Park am Bodenseeufer. Da waren wir uns einig: Esslingen könnte sich davon in mancher Hinsicht eine Scheibe abschneiden. Menschen sind gerne in Städten, in denen es schöne Plätze gibt, kleine charmante Ecken, Sitzgelegenheiten in den Straßen oder ein  schönes Flussufer. Esslingen hätte da viel Potenzial – was aber weder gepflegt noch weiter ausgebaut wird. Was passiert eigentlich in unserer Stadt mit den Steuergeldern? Wofür werden sie ausgegeben?

Aktuell kann man am alten Busbahnhof die Planung der zukünftigen Bebauung bestaunen. Aber das Staunen weicht sehr schnell dem Erschrecken: Statt einer Grünfläche mit Wasserfläche, wird jeder Quadratmeter zubetoniert. Statt eines Platzes, wo der Mensch die Natur und das Leben genießen kann, profitabler Zweckbau. 

Wenn nur Finanzen den Takt diktieren, richtet man Städte zugrunde. Wir schlagen dem Gemeinderat vor, einen Sommerausflug nach Konstanz und Meersburg zu unternehmen. Vielleicht bleiben ja einige Ideen hängen. 

Für städtische Busfahrer mit Tariflöhnen!

Für Esslingen unterstützt die Übernahme der bisher von der Firma Rexer betriebenen Strecken durch die Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen und dass damit der Busverkehr in Esslingen zu 100 Prozent in Städtische Hand kommt. Mit dem Oberleitungsnetz und den Hybridbusse soll der Busverkehr ab 2024 zu 100 % elektrisch erfolgen. Das ist ein kleiner aber wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Mit der Übernahme der Busfahrer von Rexer werden Arbeitsplätze erhalten bzw. von der Stadt neue geschaffen. Außerdem begrüßen wir es, dass die Fahrer bei der Stadt entsprechend dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt werden und nicht 300 oder 400 € weniger wie bei den Privaten.

Eine europaweite Ausschreibung garantiert ja keineswegs, dass Esslinger Busunternehmen den Zuschlag erhalten. Der erbitterte Konkurrenzkampf führt dazu, dass die schlechtesten Arbeitsbedingungen, die niedrigsten Löhne und die miesesten Umweltstandards zum Zuge kommen. Das hat der Fall Rexer eindrücklich bewiesen.

Wir halten die geplante Erhöhung der Preise für das Stadtticket für grundfalsch. Hier wird der mühsam aufgebaute Fortschritt zur Verbilligung des ÖPNV, der großen Zuspruch erhalten hatte, wieder komplett verspielt. FÜR Esslingen schlägt vor, die Fahrpreiserhöhung aus dem Antrag zu streichen. Vielmehr muss energisch eine Unterstützung von Bund und Land für dieses deutschlandweit wohl einmalige, umweltfreundliche Verkehrsprojekt gefordert werden. Im Übrigen haben wir in der Haushaltsdebatte Einsparungsvorschläge von über 10 Millionen Euro gemacht. Auch hier finden sich problemlos Möglichkeiten zur Finanzierung der fehlenden 300 000 Euro.

Selbstverständlich setzen wir uns weiterhin für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr im ganzen VVS Bereich ein. Nur so kann die im höchsten Maße umweltschädliche Blechlawine von 230 000 Pendlern, die täglich im Großraum Stuttgart unterwegs sind, eingedämmt werden.